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Kommentar zu Weber-Kandidatur : Viele Hürden zu überwinden

Manfred Weber will Jean-Claude Juncker an der Spitze der EU-Kommission ablösen. Merkel signalisiert bereits ihre Unterstützung. Doch damit hat Deutschland den Posten noch längst nicht sicher.

          Erster Präsident der Kommission der damals so genannten EWG war der legendäre Walter Hallstein, ein Vertrauter Adenauers. Seither hat kein Deutscher das Brüsseler Spitzenamt bekleidet, dessen Inhaber bei den großen Treffen der Weltpolitik gemeinsam mit dem Ratspräsidenten die EU repräsentiert.

          Nun will offenbar der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, der CSU-Politiker Manfred Weber, Spitzenkandidat der EVP für die kommende Europawahl werden; die Kanzlerin habe Unterstützung zugesagt, sei jedenfalls nicht grundsätzlich dagegen. Demnächst beginnt ein längerer Prozess, an dessen Ende, ein entsprechendes Wahlergebnis vorausgesetzt, Weber tatsächlich Nachfolger Junckers werden könnte – oder auch nicht.

          Denn auf dem Weg dahin sind viele Hürden zu überwinden, Koalitionen zu schmieden, Pakete zu schnüren. Nur weil Merkel Zustimmung signalisiert, ist Deutschland der Posten noch nicht sicher; was auch der Fall wäre, sollte ein Deutscher Präsident der EZB werden wollen. Als verlängerter Arm Berlins dient weder der eine noch der andere supranationale Spitzenjob.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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