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China gegen Deutschland : Wie bei Breschnew?

  • -Aktualisiert am

Peking möchte bestimmen, mit wem sich der deutsche Außenminister treffen darf. Man könnte das mit der gebotenen Gelassenheit zur Kenntnis nehmen – wenn nicht die Gefahr bestünde, dass Chinas Herrschergebaren Wirkung zeigt.

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          Erinnert sich noch jemand an Leonid Breschnew? Der Parteichef der Sowjetunion erfand in den sechziger Jahren eine nach ihm benannte Doktrin, wonach die Ostblockländer nur eingeschränkt souverän seien. Die Volksrepublik China, die den allergrößten Wert auf ihre Souveränität legt, ist in dieser Hinsicht bei anderen Ländern nicht so festgelegt. Peking möchte zum Beispiel bestimmen, mit wem sich der deutsche Außenminister treffen darf. Heiko Maas wird im Befehlston mitgeteilt, dass sein Gespräch mit dem Hongkonger Bürgerrechtler Joshua Wong ein „Akt der Respektlosigkeit“ gegenüber China gewesen sei. Ähnliches hat die Bundeskanzlerin vor Jahren zu hören bekommen, als sie den Dalai Lama traf.

          Man könnte das alles mit der gebotenen Gelassenheit zur Kenntnis nehmen, wenn nicht die Gefahr bestünde, dass das chinesische Herrschergebaren Wirkung zeigt. Angela Merkel hat von weiteren Treffen mit dem Dalai Lama jedenfalls Abstand genommen. Wird sich das jetzt im Falle Hongkongs wiederholen? Das wäre dann wirklich die Wiederbelebung der Breschnew-Doktrin.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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