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Obamas Äußerung : Amerika und der Rassismus

Präsident Barack Obama hält Rassismus in Amerika für „tief verwurzelt“. Obwohl sich schon viel verändert hat, muss man ihm zustimmen.

          Es ist schon paradox: Herr im Weißen Haus ist ein Schwarzer oder, wie es üblich ist zu sagen, ein Afroamerikaner, Frauen und Männer schwarzer Hautfarbe sind in den vergangenen Jahren in höchste Staatsämter aufgestiegen. Und doch wird man der Feststellung dieses Präsidenten zustimmen müssen, dass der Rassismus gegenüber Schwarzen tief in der amerikanischen Gesellschaft und Geschichte verwurzelt ist – die Sklaverei war die Ursünde dieses „Landes der Freien“, das deswegen fast auseinandergebrochen wäre.

          Ungeheuer viel hat sich verändert. Was das Verhältnis von Weißen und Schwarzen anbelangt, sind die Vereinigten Staaten nicht mehr das Land, das sie vor sechzig Jahren waren, auch nicht im Süden. Dennoch gibt es eine Art informeller Segregation. Und die Polizeigewalt gegenüber verdächtigen Schwarzen ist in deren Augen systemimmanent.

          An vielen Stellen überlagern wiederum Aspekte von Klasse die von Rasse, nicht selten gehen beide eine traurige Verbindung ein. Die jüngsten Vorkommnisse sind eine Mahnung, nicht so zu tun, als sei der Rassengegensatz in allen Bereichen überwunden.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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