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Kommentar : Vorboten des Abzugs

Es ist nicht neu, dass die Taliban sich auf den Kampf mit versteckten Sprengsätzen verlegt haben; neu ist hingegen die Größe der Bomben. Das verheißt für die Phase des Abzugs aus Afghanistan nichts Gutes.

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          Der Schützenpanzer „Marder“ ist neben der Panzerhaubitze 2000 das schwerste und am besten gepanzerte Kriegsgerät, das die Bundeswehr am Hindukusch im Einsatz hat. Anfang des Monats bewiesen die Aufständischen, dass sie auch ihn „knacken“ können.

          Ein Zeichen der Schwäche, als das Verteidigungsminister de Maizière die Tat sehen wollte, war sie nicht. Um den Sprengstoff vergraben zu können, der nötig ist, um den Panzer so zu zerfetzen, wie es in diesem Fall geschah, muss man ein großes und tiefes Loch ausheben. Das braucht Zeit.

          Früher erwischten oft die „Tornado“-Aufklärer die Bombenleger bei ihrer meist nächtlichen Arbeit auf den Straßen; doch die Flugzeuge sind schon als Vorboten des Abzugs in die Heimat zurückbeordert worden.

          Es ist auch nicht neu, dass die Taliban sich auf den Kampf mit versteckten Sprengsätzen verlegt hätten; neu ist nur die Größe der Bomben. Mit ihnen versuchen die Taliban zu zeigen, dass sie auf jeden taktischen Einfall und auf jedes Waffensystem des Westens eine Antwort haben. Das verheißt für die Phase des Abzugs nichts Gutes.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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