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Kommentar : Nichts Besseres

Die Griechenland-Krise hat zu einem handfesten Streit zwischen Sigmar Gabriel und Wolfgang Schäuble geführt. Doch einen anderen Partner gibt es zumindest für die SPD nicht.

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          Wie in einer Partnerschaft gilt auch für Koalitionen: Eine kleine Krise ist nicht immer schlecht. Manchmal hilft sie bei der Selbsterfahrung und Selbstvergewisserung, und dann weiß man wieder, dass man nichts anderes will – oder: nichts Besseres kriegt.

          Problematisch wird es nur, wenn sich der Streit von den Fakten entfernt, und es nur noch scheinbar darum geht, wer wann was genau wusste und sagte. Dann geht es schnell um Enttäuschungen, Verletzungen und Verrat, dann werden Dinge gesagt, die sich nicht mehr zurücknehmen lassen. Der Streit zwischen Sigmar Gabriel und Wolfgang Schäuble droht sich in diese Richtung zu entwickeln: weg vom Grexit und hin zum Grundsätzlichen.

          Hier der Wirtschaftsminister, der unter seiner Partei so sehr zu leiden scheint, wie sie unter ihm, dort der Finanzminister, der nicht dafür bekannt ist, im Streit zurückzuweichen. Die offenen Vorhaltungen müssen daher aufhorchen lassen, zumal es keine Option ist, den Streit zu beenden, indem einer der beiden sein Amt aufgibt. Vielleicht hilft ja am Ende der SPD der Gedanke, dass zumindest sie ganz sicher nichts Besseres kriegt.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

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