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Kommentar : Verglühter Stern Fillon

Eben war François Fillon noch der Favorit der bürgerlichen Rechten für die Präsidentenwahl, nun zieht ihn die Job-Affäre um seine Frau in den Abgrund. Nun muss ein junger Reformer Frankreich vor Le Pen bewahren.

          Da hatte es schon so ausgesehen, als werde die bürgerliche Rechte einen aussichtsreichen Kandidaten in die französische Präsidentenwahl schicken, und dann verglüht dessen Stern in wenigen Tagen. Tatsächlich bricht die Kandidatur des früheren Premierministers Fillon unter Berichten zusammen, er habe Frau und Kinder nur zum Schein gegen ordentliche Entlohnung beschäftigt. Ein Fall von Nepotismus, wenn die Vorwürfe zuträfen. Fillons Opferstilisierung wirkt peinlich.

          Der ganze Vorwahlaufwand der „Republikaner“ scheint für die Katz gewesen zu sein, der Aufwind nach der Nominierung ist dahin. In Umfragen kommt Fillon nur auf den dritten Platz im ersten Wahlgang, während die Anführerin des Front National, Le Pen, und der ehemalige Wirtschaftsminister Macron in die Stichwahl einziehen würden. Welches Bild gibt die französische Politik ab: die Sozialisten gespalten, die bürgerliche Rechte von Korruptionsvorwürfen zurückgeworfen und die Rechtspopulisten als „stabile“ Kraft, die sich bestätigt sieht. Logisch, dass immer mehr Hoffnungen jetzt auf dem jungen Reformer Macron ruhen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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