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Kommentar : Ursula needs you!

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen sucht Freiwillige für den Einsatz gegen Ebola Bild: dpa

Ursula von der Leyen sucht Freiwillige für den Kampf gegen Ebola. Hoffentlich ist die Fürsorgepflicht des Dienstherrn nicht auch nur freiwillig.

          Ist das die neue Bundeswehr? Verteidigungsministerin von der Leyen sucht Freiwillige für den Kampf gegen Ebola. Nun ist das gewiss kein gewöhnlicher Einsatz, aber gerade in humanitären Aktionen waren die Streitkräfte schon geübt, als von Kampfeinsätzen noch keine Rede war. Und für alle Einsätze gilt: Sie sind nur dann erfolgreich, wenn die Soldaten in jeder Hinsicht bereit sind, also bestens ausgebildet, ausgerüstet und motiviert.

          Früher galt der Satz: „Freiwilligkeit kann auch befohlen werden.“ Heute ist die Bundeswehr eine Freiwilligenarmee mit Probezeit. Sie nimmt mehr und mehr Rücksicht auf persönliche Belange, weil sie ohnehin Mühe hat, guten Nachwuchs zu gewinnen. Gut, wenn sich für den (hoffentlich durchdachten) Ebola-Einsatz die am besten Geeigneten melden. Schlecht, wenn solche Aufrufe Personal- und Führungsmängel kaschieren sollen. Offenbar ist mittlerweile auch die Fürsorgepflicht der Dienstherrin nur noch freiwillig. Sonst müsste sie nicht versichern, dass infizierte Soldaten nicht in Afrika gelassen, sondern nach Deutschland zurückgeholt und behandelt würden.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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