https://www.faz.net/-gpf-7u7yw

Kommentar : Ursula needs you!

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen sucht Freiwillige für den Einsatz gegen Ebola Bild: dpa

Ursula von der Leyen sucht Freiwillige für den Kampf gegen Ebola. Hoffentlich ist die Fürsorgepflicht des Dienstherrn nicht auch nur freiwillig.

          Ist das die neue Bundeswehr? Verteidigungsministerin von der Leyen sucht Freiwillige für den Kampf gegen Ebola. Nun ist das gewiss kein gewöhnlicher Einsatz, aber gerade in humanitären Aktionen waren die Streitkräfte schon geübt, als von Kampfeinsätzen noch keine Rede war. Und für alle Einsätze gilt: Sie sind nur dann erfolgreich, wenn die Soldaten in jeder Hinsicht bereit sind, also bestens ausgebildet, ausgerüstet und motiviert.

          Früher galt der Satz: „Freiwilligkeit kann auch befohlen werden.“ Heute ist die Bundeswehr eine Freiwilligenarmee mit Probezeit. Sie nimmt mehr und mehr Rücksicht auf persönliche Belange, weil sie ohnehin Mühe hat, guten Nachwuchs zu gewinnen. Gut, wenn sich für den (hoffentlich durchdachten) Ebola-Einsatz die am besten Geeigneten melden. Schlecht, wenn solche Aufrufe Personal- und Führungsmängel kaschieren sollen. Offenbar ist mittlerweile auch die Fürsorgepflicht der Dienstherrin nur noch freiwillig. Sonst müsste sie nicht versichern, dass infizierte Soldaten nicht in Afrika gelassen, sondern nach Deutschland zurückgeholt und behandelt würden.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Charismatisch und skrupellos : Was will Boris Johnson?

          Er ist Held der englischen Nationalisten und Favorit für den Vorsitz der Konservativen. Einen echten Plan für den Brexit hat der begabte Scharlatan noch immer nicht.

          FAZ Plus Artikel: Eurofighter-Absturz : 50 Meter an der Katastrophe vorbei

          Ein Pilot stirbt, einer ist schwer verletzt – schlimm genug. Bei der Suche nach Wrackteilen der abgestürzten Eurofighter in Mecklenburg zeigt sich, dass es noch schlimmer hätte kommen können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.