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Kommentar : Unter Freunden?

Sollte der amerikanische Geheimdienst NSA die EU-Vertretungen tatsächlich zum legitimen Angriffsziel erklärt haben, ist das weit mehr als der unfreundliche Akt eines Apparates, der keine Grenzen kennt.

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          Die nächste Enthüllung: Nun soll der amerikanische Geheimdienst NSA Einrichtungen der Europäischen Union ausspioniert haben. Entsprechend aufgebracht und empört reagieren deren Vertreter, wobei die Empörung noch kein Beleg für den Wahrheitsgehalt der „Enthüllung“ ist; sie steht unter dem Vorbehalt „Wenn es stimmt“.

          Wenn es aber stimmt, dann muss man schon fragen, ob die führenden Leute des Geheimdienstes noch alle Tassen im Schrank haben. Die EU-Vertretung als legitimes Angriffsziel zu erklären, ist mehr als der unfreundliche Akt eines Apparates, der keine Grenzen kennt und von dem man nicht weiß, ob Politik und Gerichte ihn noch kontrollieren.

          Sollte die amerikanische Regierung davon Kenntnis gehabt haben, dann ist das eine Frechheit gegenüber jenen, die sonst zu Edelpartnern erklärt werden.

          Washington schneidet sich mit derlei Gebaren ins eigene Fleisch. Denn der Kreis derer diesseits des Atlantiks, die amerikanischen Beteuerungen noch Glauben schenken, wird übersichtlich. Welch’ schräge Begleitmusik zum Beginn der Verhandlungen über atlantischen Freihandel!

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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