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Linkspartei und Gewalt : Wie eine linke NPD

Nur mit gequälter Miene können sich Linke-Politiker von Gewalt „distanzieren“. Der Grund: Sonst sind sie in den Augen der wirklichen Revolutionäre nur noch bürgerliche Weicheier.

          Es ist immer wieder dieselbe Masche, mit der sich Veranstalter von Blockupy-Protesten und ähnlicher Weltverbesserungsmärsche von Gewalt „distanzieren“: Sie bedauern das zutiefst; es habe doch einen „Konsens“ gegeben, dass Gewalt tabu sei.

          Was ist aber von diesem Konsens zu halten, wenn sich einzelne Blockupy-Gruppen von den lebensbedrohlichen Angriffen auf Polizisten nicht nur nicht abwenden, sondern sogar Sympathien durchblicken lassen? Das tun sie deshalb, weil sie von „revolutionären“ Kräften in ihren Reihen unter Druck stehen, die ihnen sonst vorwerfen, bürgerliche Weicheier zu sein.

          Dafür nehmen die linken Opportunisten auch Angriffe gegen Polizisten mit Säure in Kauf, die von langer Hand organisiert worden sein müssen. Wenn die Sicherheitsbehörden Hinweise auf solche Gewalt hatten, warum dann nicht die Blockupy-Veranstalter?

          Die Heuchelei gilt auch und vor allem für die Linkspartei, die für die Folklore des Frankfurter Bürgerkriegs sorgen durfte. Sie weint jetzt Krokodilstränen, weiß aber genau, dass sie Gewalt akzeptieren muss, um im Milieu des „schwarzen Blocks“ noch etwas zu gelten.

          Sie unterscheidet sich in diesem Zynismus kein bisschen von der NPD – inklusive Menschenverachtung. Nur ihre „Kameradschaften“ heißen anders.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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