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Jasper von Altenbockum (kum.)

Bier : Wohl bekomm’s

Die EU findet das Bier nicht „bekömmlich“ Bild: dpa

Darf ein Bierbrauer damit werben, dass sein Bier „bekömmlich“ sei? Ein Richter meint: Nein, weil Bier nicht der Gesundheit diene. So will es die EU. Hat da jemand zu viel (Bier?) getrunken?

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          Eines Tages wird es noch so kommen, dass demjenigen ein Bußgeldbescheid droht, dem beim Zuprosten im Biergarten ein „Wohl bekomm’s!“ herausgerutscht ist. Denn hat er nicht gerade dazu aufgefordert, seine und die Gesundheit anderer zu ruinieren?

          Im Rechtsstreit einer schwäbischen Brauerei mit einem Verband namens „Sozialer Wettbewerb“ um das Wort „bekömmlich“ ging es genau darum: um eine EU-Verordnung, die verhindern soll, dass Getränke mit mehr als 1,2 Prozent Alkohol so beworben werden dürfen, als tue man beim Trinken etwas für seine Gesundheit. Das sei der Fall, urteilte jetzt ein Richter in Ravensburg, wenn die Brauerei behaupte, ihr Bier sei „bekömmlich“.

          Wirklich? Die meisten Biertrinker trinken Bier – übrigens wird schon sehr, sehr lange Bier getrunken –, weil es ihnen ganz offenbar gut bekommt. Und erst die EU öffnet ihnen jetzt die Augen dafür, dass Bier gar nicht bekömmlich ist, sondern schon immer lebensbedrohlich, weil gesundheitsschädlich war? Manchmal scheint es, als werde in Brüssel einfach zu viel (Bier?) getrunken. In diesem Sinne: Wohl bekomm’s!

           

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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