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Kommentar : Trumps feine Gesellschaft

Der Hassprediger hat zur harten Antieinwanderungsrhetorik zurückgefunden. Die Populisten Europas jubilieren. Amerika hat die Wahl.

          Das wäre geklärt: Für Marine Le Pen, die Anführerin des rechtsextremen Front National, bedeutet Hillary Clinton Krieg und Verwüstung. Und selbstverständlich ist sie ein Fan Donald Trumps, des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten, der vom Bau der großen Mauer zu Mexiko träumt, weswegen ihm auch andere rechtsnationale Abschottungspolitiker in Europa zujubeln. Welche feine Verbindung könnte das geben: von Putin über Orban, Le Pen, Farage und andere zu Trump.

          Der hat, nach einem Auftritt als Pseudostaatsmann in Mexiko zur harten Antieinwanderungsrhetorik zurückgefunden und seiner Phantasie freien Lauf gelassen. Ja, es ist wahr: Die Einwanderung ist in vielen westlichen Ländern ein heißes politisches Eisen, vor dem man nicht die Augen verschließen darf. In den Vereinigten Staaten, die in ihrer Geschichte wiederholt von heftigen Schüben der Fremdenfeindlichkeit geschüttelt wurden, beherrscht das Thema den Wahlkampf; es ist der Treibsatz für Trumps Erfolg. Die Amerikaner haben somit diese Wahl: Trump, der Hassprediger, oder Clinton, die Königin der Unbeliebtheit.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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