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Kommentar : Neustart

Nicht nur die Fifa braucht einen Neustart, sondern auch die EU. Denn beide Organisationen haben durchaus Gemeinsamkeiten.

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          Was hat die EU mit der Fifa gemein? Ein bisschen schon. Beide Organisationen haben Regeln. Es müssen Mehrheiten organisiert, Bündnisse geschmiedet und Zugeständnisse gemacht werden. Manches läuft im Geheimen ab; jedes Mitglied muss eine gewisse Biegsamkeit mitbringen, damit das Ganze bestehen kann.

          Dabei werden auch Normen gebogen. Doch muss der gemeinsame Zweck allseits akzeptiert bleiben. Wer eine unbegrenzte Zahl von Extrawürsten für sich beansprucht und glaubt, nicht nur einzigartig (wie alle anderen), sondern (koste es, was es wolle) unverzichtbar zu sein, der rührt an die Fundamente jeder Union. Natürlich kann man über alles reden, aber für Reformen braucht man Mehrheiten, und beschließen kann man Änderungen nur in den dafür verabredeten Verfahren.

          Man kann aber auch ohne Vertragsrevision versuchen, den Geist der Gemeinschaft zu verändern – und sich einfach wieder auf die Grundlagen zu besinnen. Vieles steht ja längst in der Verträgen, wird aber vergessen oder bewusst nicht angewandt. Auch das wäre ein Neustart, wie ihn nicht nur die Fifa braucht.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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