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Kommentar : Nachspiel in Limburg

Ein Drittel des Vermögens, das seit fast zweihundert Jahren im Bischöflichen Stuhl angehäuft worden war, wurde binnen dreier Jahre verschleudert. Für alle Beteiligten könnte das ein juristisches Nachspiel haben.

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          Entmachtung des Domkapitels, Installierung eines zur Geheimhaltung verpflichteten Vermögensverwaltungsrates, Auslagerung der Buchführung an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Verschwiegenheitserklärungen aller Beteiligten – nichts ließen der Limburger Bischof Tebartz-van Elst und sein Generalvikar aus, um auch die Finanzierung der mindestens 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz den Blicken vermeintlich Unbefugter zu entziehen. Doch die Mauer des Schweigens hat nicht gehalten.

          Die Antworten auf Fragen über das Finanzgebaren des Bischofs und des Vermögensverwaltungsrates, die das Bistum seit Monaten verweigert, gibt das Statut des Bischöflichen Stuhles selbst: Mit einer Energie, die kriminell zu nennen naheliegt, haben sich der Bischof und seine Helfer über alle juristischen Hürden hinweggesetzt. Und die angeblich arglosen Kontrolleure ließen sie bis zuletzt gewähren.

          Für alle Beteiligten könnte das ein juristisches Nachspiel haben. Denn ein Drittel des Vermögens, das seit fast zweihundert Jahren angehäuft worden war, wurde binnen dreier Jahre verschleudert.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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