https://www.faz.net/-gpf-7ifxp

Kommentar : Nachspiel in Limburg

Ein Drittel des Vermögens, das seit fast zweihundert Jahren im Bischöflichen Stuhl angehäuft worden war, wurde binnen dreier Jahre verschleudert. Für alle Beteiligten könnte das ein juristisches Nachspiel haben.

          Entmachtung des Domkapitels, Installierung eines zur Geheimhaltung verpflichteten Vermögensverwaltungsrates, Auslagerung der Buchführung an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Verschwiegenheitserklärungen aller Beteiligten – nichts ließen der Limburger Bischof Tebartz-van Elst und sein Generalvikar aus, um auch die Finanzierung der mindestens 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz den Blicken vermeintlich Unbefugter zu entziehen. Doch die Mauer des Schweigens hat nicht gehalten.

          Die Antworten auf Fragen über das Finanzgebaren des Bischofs und des Vermögensverwaltungsrates, die das Bistum seit Monaten verweigert, gibt das Statut des Bischöflichen Stuhles selbst: Mit einer Energie, die kriminell zu nennen naheliegt, haben sich der Bischof und seine Helfer über alle juristischen Hürden hinweggesetzt. Und die angeblich arglosen Kontrolleure ließen sie bis zuletzt gewähren.

          Für alle Beteiligten könnte das ein juristisches Nachspiel haben. Denn ein Drittel des Vermögens, das seit fast zweihundert Jahren angehäuft worden war, wurde binnen dreier Jahre verschleudert.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Von der Leyen und die EU : Die Hoffnungsträgerin

          An Enthusiasmus fehlt es der neuen EU-Kommissionspräsidentin nicht. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ursula von der Leyen es schafft, ein breites Bündnis im Europaparlament für sich zu gewinnen.

          737 Max : Flugverbot kostet Boeing Milliarden

          Der amerikanische Konzern stellt sich nach den Abstürzen der 737-Max-Maschinen auf hohe Entschädigungen ein. Es könnte sogar noch schlimmer kommen. Doch die Investoren goutieren die Klarheit.
          Unsere Sprinter-Autorin: Rebecca Boucsein

          FAZ-Sprinter : Wiedersehen mit Greta und Abschied von unserem Wald

          Das Klimakabinett streitet über höhere Preise fürs Fliegen, Greta Thunberg reist mit dem Zug nach Berlin und Forstwirte bangen um einen tief in der deutschen Geschichte verwurzelten Baum. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.