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Kommentar : Mörderisches Schweigen

Der Dschihadismus fordert den deutschen Staat nicht weniger heraus als der Terrorismus der RAF.

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          Werden die Mörder von Hanns Martin Schleyer, Siegfried Buback, Jürgen Ponto, Alfred Herrhausen und dreißig anderen Opfern der RAF ihr Schweigen brechen und ihre Täterschaft offenlegen, wie von Bundespräsident Steinmeier gefordert? Das wäre, sowenig man darauf hoffen kann, nicht nur den Angehörigen zu wünschen.

          Es ist eine schwärende Wunde am Körper des deutschen Rechtsstaats, dass gerade diese politischen Morde, die seine Standhaftigkeit prüften wie kaum etwas anderes, auch vier Jahrzehnte später nicht aufgeklärt sind. Zum Morden reichte der Fanatismus der Täter, zum „Bekennen“ schon nicht mehr. Geschwiegen hat auch die breite Sympathisantenszene, aus der heraus so mancher Karriere in dem „Schweinesystem“ machte, das zerstört werden sollte.

          Der Terrorismus, mit dem Deutschland heute konfrontiert ist, trägt andere Züge. Doch fordert er den Staat als die Schutzmacht seiner Bürger nicht weniger heraus als die Anschläge der RAF: Die Dschihadisten wollen so viele Menschen wie möglich töten, auch wenn sie dabei ihr eigenes Leben verlieren.

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