https://www.faz.net/-gpf-83h93

Kommentar : Lachnummer AfD

Schon die Gründung der AfD durch Bernd Lucke und seine Mitstreiter beruhte auf einer Mischung aus Schlichtheit und Anmaßung: Auf eine spitzfindige Euroskepsis lässt sich die Zukunft einer neuen Partei nicht bauen.

          Der „liberale“ Teil der AfD, der erst entdeckt wurde, nachdem ein „nationalkonservativer“ Flügel ermittelt worden war, behandelt die eigene Partei ganz so, wie er auch die Eurozone behandelt sehen will: Wer nicht mehr dazupasst, muss gehen, oder man selbst verabschiedet sich. So einfach kann Politik sein.

          Schon die Gründung der AfD durch Bernd Lucke und seine Mitstreiter beruhte auf dieser Mischung aus Schlichtheit und Anmaßung. Schnurrt die Lucke-Partei zu einem „Weckruf“ zusammen, wird nicht nur ihr Anspruch, eine neue Volkspartei aufzubauen, als Lachnummer enden, sondern überhaupt der Ausflug der wissenschaftlichen Eurogegner in die Politik gescheitert sein. Denn auf eine spitzfindige Euroskepsis lässt sich die Zukunft einer neuen Partei nicht bauen.

          Da müssen schon andere Themen hinzukommen: eben die regional verschiedenen Nischenthemen des „nationalkonservativen“ Flügels. So viel nationaler und konservativer als der Lucke-Flügel ist er außerdem gar nicht. Aber „liberal“ klingt halt einfach besser als „rechts“. So viel CDU steckt in der AfD dann doch noch.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Wollen selber politisch gestalten“ Video-Seite öffnen

          Gauland in Chmenitz : „Wollen selber politisch gestalten“

          Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen macht AfD-Ko-Parteichef Alexander Gauland Wahlkampf in Chemnitz und kritisiert die „zentralistische Bevormundung und ideologische Erpressung aus Berlin und Brüssel“. Laut Politbarometer wäre die AfD die zweitstärkste Partei in Sachsen mit 25 Prozent.

          29 Demonstranten bei Ausschreitungen festgenommen

          Hongkong : 29 Demonstranten bei Ausschreitungen festgenommen

          Am Samstag kam es in Hongkong wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Regierungschefin Carrie Lam sucht offenbar nach einem Weg zum Dialog mit der Protestbewegung – und bekommt von ihren Beratern eine Empfehlung.

          Topmeldungen

          G-7-Gipfel in Biarritz : Jetzt wird es ungemütlich

          Bislang hat Donald Trump auf dem G-7-Gipfel in Biarritz alles und jeden gelobt. Doch an diesem Sonntag stehen die weltweiten Handelskonflikte auf der Agenda. Die Stimmung dürfte frostiger werden – auch bei Angela Merkel.

          Bundesbankpräsident Weidmann : „Ich sehe keinen Grund zur Panik“

          Die Aussichten für die Konjunktur trüben sich ein. Bundesbankpräsident Weidmann hält einen Großeinsatz der Geldpolitik aber für falsch. Im Interview spricht er über den drohenden Abschwung, übertriebene Angst vor Inflation – und warum die Zinsen noch tiefer sinken können.
          Der Ort Tasiilaq in Grönland

          Reaktion auf Trumps Kauf-Idee : Wem gehört eigentlich Grönland?

          Das Eis schmilzt, darunter liegen Bodenschätze – und Trump würde Grönland gern kaufen. Was die Bewohner der Insel vom wachsenden Interesse an ihrer Heimat halten, erklärt eine grönländische Filmemacherin im Interview.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.