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Krieg gegen den IS : Gefährlicher als Mossul

In Mossul entscheidet sich, ob der Irak zusammenwächst oder endgültig auseinanderbricht. Der Streit um Tal Afar aber könnte die gesamte Region destabilisieren.

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          Wie schwierig im Irak die Zeit nach dem „Islamischen Staat“ (IS) sein wird, zeigt nicht allein Mossul. Dort wird sich entscheiden, ob im Irak die „sunnitische Krise“ durch Beteiligung der Sunniten an der Macht gelöst werden kann; nur so ist dem IS der Boden zu entziehen. In Mossul entscheidet sich somit, ob der Irak wieder zusammenwächst oder endgültig auseinanderbricht. Die Stadt Tal Afar kann jedoch die gesamte Region destabilisieren. Denn sie weckt die Begehrlichkeiten auch der Türkei und Irans.

          Die Turkmenen hatten zunächst eine Mehrheit an der Bevölkerung gestellt, dann wuchs der Anteil der arabischen Schiiten nach 2003 stark an. Der IS vertrieb sie, als er 2014 die Stadt eroberte, und zerstörte ihre Gebetsstätten. Nun hat die irakische Regierung den (von Iran befehligten) schiitischen Milizen Tal Afar als Trostpflaster für den Verzicht auf eine Beteiligung am Sturm auf Mossul versprochen. Die sunnitische Türkei macht aber geltend, dass Tal Afar unter ihrem Schutz stehe. Damit droht um Tal Afar ein konfessioneller Krieg, der über die Grenzen des Iraks hinausreichen könnte.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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