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Kommentar : Europas Stärke

  • -Aktualisiert am

Das große Problem der europäischen Verteidigung ist nicht, dass es 28 einzelne Streitkräfte gibt, sondern wie sie ausgerüstet sind. Europa ist noch immer auf den amerikanischen Verbündeten angewiesen.

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          Das ist eine merkwürdige Analyse: Die EU werde außenpolitisch nicht ernst genommen, deshalb brauche sie eine eigene Armee, sagt Kommissionspräsident Juncker. Erstens kann man aus dem Konflikt über die Ukraine viele Lehren ziehen, aber sicher nicht die, dass die EU unterschätzt wird. Für Putin war die Aussicht, dass europäische Standards in seinem Nachbarland eingeführt werden, eine so existentielle Bedrohung, dass er selbst vor einem Krieg nicht zurückschreckte.

          Zweitens ist das große Problem der europäischen Verteidigung nicht, dass es 28 einzelne Streitkräfte gibt, sondern wie sie ausgerüstet sind. Das westliche Europa ist heute noch viel stärker als zu Zeiten des Kalten Krieges auf den amerikanischen Verbündeten angewiesen, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Daran ließe sich mit höheren Verteidigungsausgaben relativ einfach etwas ändern; in der Nato ist dieses Ziel vor kurzem noch einmal bekräftigt worden. Das sollten auch die deutschen Fachpolitiker ernst nehmen, die sich - einschließlich der Ministerin - so zustimmend zu dieser alten Idee äußern.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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