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Brexit-Kommentar : Britische Suppe

  • -Aktualisiert am

Ohne Frage: Für Europa wäre es besser, wenn die Briten in der EU blieben. Aber ist eine Kehrtwende auch realistisch? Eher nicht.

          Ohne Frage wäre es besser, wenn die Briten in der EU blieben – für Europa insgesamt, das damit in der heraufziehenden multipolaren Weltordnung eine stärkere Position bewahren könnte, wie auch für das Vereinigte Königreich selbst, das viele wichtige Bindungen an den Kontinent im jetzigen Umfang behalten würde. Deshalb haben Tusk und Juncker recht, wenn sie sagen, dass Großbritannien gern in der EU bleiben könne. Nur die letzten Tagträumer in Brüssel, die immer noch glauben, die EU müsse ein Staat werden, dürften froh sein über den britischen Austritt.

          Aber ist eine Kehrtwende auch realistisch? Die britischen Wähler scheinen allmählich zu verstehen, welche Suppe sie sich eingebrockt haben; zuletzt gab es in Umfragen wieder Mehrheiten für einen Verbleib in der EU. Die regierenden Konservativen jedoch werden kein Interesse daran haben, den innerparteilichen Konflikt über die EU-Mitgliedschaft wieder voll entbrennen zu lassen. Selbst ein Regierungswechsel wäre keine Gewähr für den Exit vom Brexit. Labour-Chef Corbyn ist bisher nicht als überzeugter Europäer aufgefallen.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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