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Kommentar : Das Abkommen lebt

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Die Artenschutzkonferenz von Bangkok hat mehrere Ergebnisse gebracht. Vor allem hat sie gezeigt, daß das Artenschutzabkommen eine mit Leben erfüllte Vereinbarung ist.

          Die dreizehnte Artenschutzkonferenz ist in Bangkok nicht mit einem Ergebnis, einem historischen womöglich, zu Ende gegangen. Sie hat viele Ergebnisse gebracht. Und darin allein schon liegen die Besonderheit und das Geheimnis des zugrundeliegenden völkerrechtlichen Vertragswerks, dem sich mittlerweile 166 Staaten angeschlossen haben. Vor mehr als dreißig Jahren war es als Washingtoner Artenschutzabkommen gegründet und unter dem Namen Cites weitergeführt worden. Den weltweiten Handel mit bedrohten wildlebenden Tier- und Pflanzenarten zu regeln war und ist seine eigentliche Bestimmung. Aber lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ginge es lediglich um einen handelspolitischen Poker um symbolträchtige Arten. Arten freilich wie Elefant, Nashorn, Mahagoni oder Wale, die als Produktlieferanten für einen milliardenschweren Markt dienen.

          Vom "Schacher" war immer öfter die Rede. Es entwickelte sich ein diplomatischer Verhandlungsprozeß, in dem die vordergründigen kommerziellen Aspekte mit patriotischen Parolen vermischt und mit nationalen Identitätsfragen, die an diesem oder jenem Tier hingen, verknüpft wurden. Heuchelei wurde zur nützlichen Tugend im Artenschutzgewerbe.

          Auf der Konferenz in Thailand ist der schon vor zwei Jahren erkennbare Sinneswandel vollzogen geworden. Natürlich wurde wieder um den Handel mit Elefanten und Nashörnern gefeilscht, nicht zuletzt weil sich die Populationen durch die von Cites eingeleiteten Schutzmaßnahmen ständig verändern. Aber heute geht es nicht ausschließlich mehr um Symbole, man kümmert sich ebenso ernsthaft um Ramin, das asiatische Tropenholz, oder um den Napoleonsfisch, den Weißen Hai oder um Heilkräuter. Ein notwendiger Schritt, um sich von nationalen Egoismen zu befreien. Mehr als 12 000 Arten stehen weltweit auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Viele werden nicht in erster Linie durch den Handel gefährdet, aber es sind auch sicher mehr als die etwa fünfzig Anträge, über die in Bangkok verhandelt wurde. Es ist unübersehbar: Der Artenschutz ist in Bewegung. So gesehen hat sich Cites in Bangkok als das gezeigt, was andere völkerrechtliche Umweltverträge wie die Klimarahmenkonvention, die immer wieder im diplomatischen Sumpf steckenbleiben, vermissen lassen: Das Abkommen lebt.

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