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Kommentar : Chance für das Studium

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Bild: F.A.Z.

Auch wenn die Studentenverbände am lautesten gegen die Einführung von Studiengebühren protestieren, ist ihre Beteiligung an der Studienfinanzierung die einzige Möglichkeit, die Studienbedingungen zu verbessern.

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          Auch wenn die Studentenverbände am lautesten gegen die Einführung von Studiengebühren protestieren, ist ihre Beteiligung an der Studienfinanzierung die einzige Möglichkeit, die Studienbedingungen zu verbessern. Überfüllte Seminare, leere Regale in Bibliotheken, Anonymität zwischen Studierenden und Lehrenden, 58 Studierende und ein Professor, keine Tutoren, das ist die Wirklichkeit einer chronisch unterfinanzierten Massenuniversität.

          Wer immer mehr Abiturienten studieren lassen will und gleichzeitig die Mittel für die Hochschulen kürzt, straft seine eigenen Bildungsversprechen Lügen. Wenn die amerikanischen Spitzenhochschulen vorbildhaft sein können, dann sind es deren Studienbedingungen mit engmaschigen Tutorien und erstklassiger Ausstattung.

          Ihren Sinn erfüllen können die Studiengebühren allerdings nur dann, wenn sie ausschließlich der Hochschule zukommen und nicht gleichzeitig der Etat im Landeshaushalt gesenkt wird. Darin liegt die größte Gefahr der Studiengebühren, da sie niemals eine Basisfinanzierung leisten können, sondern immer nur einen geringen Anteil der tatsächlichen Kosten. Wenig sinnvoll ist auch, die Höhe der Beiträge gesetzlich festzulegen. Denn eine flexible Finanzierung je nach Nachfrage und Kosten für den jeweiligen Studiengang können nur die Fakultäten in Absprache mit der Hochschulleitung gewährleisten.

          Nach der zweiten vernichtenden Niederlage für den Bund und seine hochschulpolitischen Anmaßungen müssen die Länder beweisen, daß sie in der Lage sind, ihre Verantwortung für eine exzellente akademische Ausbildung auch einzulösen. Es wäre schlechterdings nichts gewonnen, wenn jetzt kleinteilige Vorschriften gemacht würden. Wenn die ersten unionsregierten Länder Studiengebühren einführen, werden die sozialdemokratisch regierten ihre Gebührenabstinenz langfristig nicht durchhalten. Sie jedoch fürchten den Wettbewerb unter den Ländern am meisten und fordern ein neuerliches Nachdenken über die gesamte Hochschulfinanzierung.

          Dahinter steht der Wille, zumindest unter den Ländern einheitliche Regelungen zu schaffen und damit den Freiheitsgewinn durch das Karlsruher Urteil einzuschränken. Doch wer jetzt nach Rahmenbedingungen für den Wettbewerb ruft, steht im Verdacht, ihn nicht wirklich zu wollen.

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