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Kommentar : Am Hof des Zaren

Mag Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer in der Sache auch recht haben – ganz ohne Parlament geht es nicht. Das dürfte sogar Wladimir Putin verstehen.

          Wer in Moskau mit dem Zaren über die Krim verhandelt, der braucht keine Landtagsfraktion. Horst Seehofer hat offenkundig Wichtigeres zu tun, als sich mit den Abgeordneten und den Feinheiten des Kommunalwahlrechts herumzuplagen. Was zählt die eigene Glaubwürdigkeit bei Hinterbänklern, wenn man Weltpolitik macht?

          Auch im demokratischen Bayern waren Volksnähe, ja sogar Volksgesetzgebung und die Liebe zu starken Männern nie ein Widerspruch. Schon Strauß mahnte, man müsse dem Volk aufs Maul schauen, zitierte aber auch gern den Satz „vox populi vox Rindvieh“.

          Aber gewählt wird auch in Bayern, und den Ministerpräsidenten kürt immer noch der Landtag. Deswegen ist der Unmut in der CSU-Fraktion ernst zu nehmen. Man will den Erfolg. Solange Seehofer den auf seine unnachahmliche Art garantiert, ist man auch zu Verbiegungen bereit. Die Abgeordneten wollen sich nur nicht zu offensichtlich für dumm verkaufen lassen.

          Mag Seehofer in der Sache auch recht haben – ganz ohne Parlament geht es nicht. Das dürfte sogar Putin verstehen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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