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Kolumbien : Regierung und Guerilla wollen über Waffenruhe verhandeln

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Harte Verhandlungen: Regierungsbeauftragter Gómez und Farc-Kommandant Reyes Bild: dpa

In Kolumbien haben sich Regierung und Farc-Rebellen darauf verständigt, bis zum 7. April einen Waffenstillstand auszuhandeln.

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          Die kolumbianische Regierung und die linksgerichteten Rebellen der Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) haben sich darauf verständigt, bis zum 7. April zu einer Einigung über einen Waffenstillstand zu kommen. Die Verhandlungen sollen sofort beginnen, sagten Unterhändler beider Seiten am Sonntagabend.

          Die kolumbianische Regierung verlängerte die demilitarisierte Schutzzone im Süden des Landes bis zum 10. April. Sie hatte gedroht, mit der Armee in das Gebiet von der Größe der Schweiz einzurücken, falls es bis Sonntag zu keiner Einigung mit den Rebellen komme. Die Schutzzone war der Farc vor drei Jahren überlassen worden, um dort Friedensgespräche zu führen.

          Gespräche über Entführungen vereinbart

          Über die neu aufgenommenen Verhandlungen soll regelmäßig öffentlich berichtet werden. Dabei werde es auch um ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten und der Entführungen durch die Farc gehen, teilten Unterhändler mit. Derzeit befinden sich etwa 3000 Entführte in der Gewalt der Rebellen. Auch das Vorgehen der Armee gegen rechtsgerichtete paramilitärische Gruppen soll zur Sprache kommen. Menschenrechtsgruppen werfen dem kolumbianischen Militär vor, gegen die Paramilitärs nicht mit der gleichen Härte wie gegen die Guerilla vorzugehen und in Einzelfällen sogar mit ihnen zusammenzuarbeiten.

          Streitpunkt entmilitarisierte Zone

          Weitere Gefechte

          Bei Zusammenstößen zwischen Militär und Farc-Rebellen wurden seit vergangenem Montag laut Armeeangaben 77 Menschen getötet, unter ihnen 39 Soldaten, 36 Guerilla-Kämpfer und zwei Zivilisten. Die heftigsten Gefechte gab es in der Nähe der Stadt Cali. Dabei starben allein am Samstag 15 Soldaten und 14 Guerilleros. In dem seit fast vier Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg zwischen linksgerichteten Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und Armee wurden in Kolumbien bislang mehr als 200.000 Menschen getötet. Pastranas Amtszeit endet am 7. August. Im März finden in Kolumbien Parlaments-, im Mai Präsidentschaftswahlen statt.

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