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König Abdullah in Berlin : Werben um Teilnahme Riads an der Nahost-Konferenz

Nach Ansicht Steinmeiers spielt Saudi-Arabien auf der Suche nach Frieden eine „Schlüsselrolle” Bild: AP

Nur kurz war der saudische König Abdullah am Donnerstag in Berlin in der Öffentlichkeit zu sehen. Mit dem Regierenden Bürgermeister Wowereit durchschritt er das Brandenburger Tor. Im Mittelpunkt der Gespräche standen aber die in Amerika geplante Nahost-Konferenz und der Atomstreit mit Iran.

          Nur kurz war der saudische König Abdullah am Donnerstag in Berlin in der Öffentlichkeit zu sehen. Mit dem Regierenden Bürgermeister Wowereit durchschritt er das Brandenburger Tor. Wie zuvor schon in Rom machte er sich aber vor Journalisten rar. Er sprach mit Bundeskanzlerin Merkel, die ihn als besonderes Zeichen der Ehrerbietung am Flughafen abholte, mit Bundespräsident Köhler und Außenminister Steinmeier.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Außenminister unterzeichneten ein Doppelbesteuerungsabkommen für Luftfahrtunternehmen und eine Absichtserklärung über regelmäßige außenpolitische Konsultationen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen aber die in Amerika geplante Nahost-Konferenz und der Atomstreit mit Iran - vor allem letzteres Thema sei in Berlin auf besonderes Interesse gestoßen, hieß es aus der saudischen Delegation.

          Steinmeier: Saudi-Arabien spielt „Schlüsselrolle“

          Nach Ansicht Steinmeiers spielt Saudi-Arabien auf der Suche nach Frieden eine „Schlüsselrolle“, wie er der saudischen Zeitung „Okaz“ sagte. Das Land könne „in der Arabischen Liga Zeichen setzen, wichtige Partner einbinden und so maßgeblich dazu beitragen, dass das Treffen in Annapolis, wie erhofft, Ausgangspunkt intensiver Friedensverhandlungen wird“.

          Grundsätzlich unterstützt Saudi-Arabien zwar die Konferenz, hat sich aber noch nicht festgelegt, ob es teilnehmen wird. Riad will, dass dort „substantielle Ergebnisse“ herauskommen. In Berlin dauern die Bemühungen an, Riad dazu zu bewegen, nach Annapolis zu kommen, ohne an das erste Treffen zu große Erwartungen zu knüpfen, wie zu hören ist.

          Iran beunruhigt Saudi-Arabien

          Wichtiger Bestandteil der bevorstehenden Verhandlungen wird auf jeden Fall die Nahost-Friedensinitiative sein, die Abdullah noch als Kronprinz im Jahr 2002 in Beirut vorgelegt hatte. Sie sieht vor, dass die 1948 vertriebenen Palästinenser in ihre frühere Heimat zurückkehren können und Israel aus den 1967 besetzten Gebieten abzieht. Im Gegenzug würden die Mitglieder der Arabischen Liga Israel anerkennen. In diesem Jahr bekräftigte die Arabische Liga auf Betreiben Saudi-Arabiens das Angebot noch einmal.

          Wie schwierig es schon ist, die Palästinenser an einen Tisch zu bringen, erlebte König Abdullah im Frühjahr 2007 in Mekka, wo er eine Einigung zwischen Fatah und Hamas vermittelte - sie brach wenig später, als im Sommer die Islamisten im Gazastreifen gewaltsam die Macht an sich rissen. Hier spielte auch das Vormachtstreben Irans eine Rolle, das Saudi-Arabien beunruhigt, denn Teheran unterstützt die Hamas und andere Islamisten.

          Einflussnahme Irans erschwert Friedensbemühungen

          Um den Atomstreit mit Iran zu entschärfen, hatte sich Saudi-Arabien erst in der vergangenen Woche wieder eingeschaltet und einen früheren Kompromissvorschlag für die friedliche Nutzung der Atomenergie im Nahen und Mittleren Osten wiederbelebt: In einem neutralen Land soll Uran angereichert werden und den Staaten des Nahen Ostens zur Verfügung gestellt werden. Die iranische Regierung wies die Idee jedoch umgehend als „bedeutungslos“ zurück.

          Als bedrohlich empfindet man aber auch in Saudi-Arabien, wie sehr sich Iran im Nachbarland Irak einmischt und dort die Schiiten unterstützt. Riad sieht sich dort als Fürsprecher der sunnitischen Minderheit. Die zunehmende Einflussnahme Irans erschwert auch die saudischen Friedensbemühungen im Libanon. Im innenpolitischen Streit im Libanon, wo Deutschland an der Unifil-Mission beteiligt ist, versucht Riad schon lange zu vermitteln. Doch die Fronten zwischen der aus Iran unterstützten schiitischen Hizbullah und dem Lager von Ministerpräsident Siniora sind verhärtet.

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