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Köln : Hinweise auf Schließung der König-Fahd-Akademie

  • Aktualisiert am

Brutstätte des Fundamentalismus? Die König-Fahd-Akademie in Bonn Bild: AP

Der Kölner Regierungspräsident will das Islamzentrum in Bonn schließen, weil dort fundamentalistische Doktrinen vermittelt würden. Einem Lehrer wurde bereits Unterrichtsverbot erteilt.

          Die Hinweise auf eine Schließung der König-Fahd-Akademie in Bonn verdichten sich. „Mein Ziel ist es, diese Schule zu schließen, weil wir Erkenntnisse haben, daß im Unterricht fundamentalistische, islamistische Doktrinen vermittelt werden und zur Gewalt aufgerufen wird“, sagte der Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters in der ARD.

          Die Bezirksregierung Köln zog am Donnerstag erste personelle Konsequenzen. Einem Lehrer der Akademie, der während des Freitagsgebets zum „Heiligen Krieg“ aufgerufen haben soll, sei mit sofortiger Wirkung die Ausübung der Unterrichtstätigkeit untersagt worden, teilte die Behörde mit.

          Hinweise auf gewaltbereite Islamisten

          Nach ARD-Recherchen bestehen enge Verbindungen der Schule zu einer Organisation, die vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beobachtet wird. Als „Alarmzeichen“ wertete der Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Hartmut Möller, daß im Falle einer Schließung das Vermögen an die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland“ gehen soll. Einige Anhänger dieser Gemeinschaft hätten enge Beziehungen zu terroristischen Organisationen in Nahost.

          Der ARD zufolge weisen neue Erkenntnisse aus dem Umfeld der Akademie auf weitere gewaltbereite Islamisten hin. Bei Razzien seien bei einem Verdächtigen aus Bonn-Bad Godesberg Substanzen für ein Sprengstoffattentat und Anleitungen zum Bombenbau gefunden worden, hieß es. Außerdem sei bei dem Verdächtigen ein Testament entdeckt worden, wie es für Selbstmordattentäter typisch sei. Der Mann hat nach Erkenntnissen des Senders enge Kontakte zu Islamisten, die regelmäßig in der Akademie verkehrten.

          Die Akademie in Bad Godesberg wird von der Bezirksregierung bis Jahresende intensiv überprüft. So wurden mehr als 300 Schulbücher beschlagnahmt. Erste Ergebnisse seien besorgniserregend, hieß es. Es werde eine „sehr enge Auffassung“ des Islam vertreten. Die von Saudi-Arabien finanzierte Akademie unterhält eine Schule und eine Moschee.

          König Fahd finanziert Schule

          Die Entscheidung des vom saudi-arabischen Herrscherhaus gestifteten Islamzentrums fiel allerdings erst kurz vor Ablauf einer von der Bezirksregierung Köln gesetzten Frist. Die Ermittlungen gegen das Islamzentrum gingen weiter, unterstrich die Behörde.

          Die König-Fahd-Akademie mit einer Schule und einer Moschee war 1994 auf Weisung des saudischen Königs Fahd gegründet worden. Für Grundstück und Bau spendete der Monarch nach damaligen Berichten 14 Millionen Euro aus seiner Privatschatulle. Heute gilt die Akademie als Anziehungspunkt für Islamisten aus dem gesamten Bundesgebiet, die dort ihre Kinder nach saudischen Lehrplänen unterrichten lassen wollen.

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