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Berliner Koalitionsvertrag : Weltstadt mit Scherz

  • -Aktualisiert am

Drei für Berlin: Bettina Jarasch (Grüne), Franziska Giffey (SPD) und Klaus Lederer (Linke) bei der Vorstellung ihres Koalitionsvertrags. Bild: dpa

Auf zum nächsten Versuch, nach pleitenreichen Jahren Weltstadt wie New York oder London zu werden. Franziska Giffey legt die Latte hoch für ihre Koalition.

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          Es ist ein Versprechen der künftigen rot-grün-roten Koalition, das vielen Berlinern wie politische Satire vorkommen muss: „Wir machen es gemeinsam noch besser.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh hat diesen Satz bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags gesagt, ohne dabei zu kichern oder rot zu werden. Viele Bürger in der Hauptstadt wären wohl schon froh und glücklich wie über eine vorzeitige Bescherung, wenn der neue Senat das meiste gut bis zufriedenstellend hinkriegen würde. Es ist erst wenige Wochen her, dass sich Berlin vor aller Welt blamiert hat, weil seine überforderte Verwaltung den anderswo reibungslosen Ablauf der Wahlen vermasselte. Und alles andere als reibungslos läuft auch der Betrieb des endlich fertiggestellten Hauptstadtflughafens. Für dessen von unfassbaren Pannen begleiteten Bau wurden Milliarden Steuergelder im märkischen Sand versenkt.

          Franziska Giffey hat als Nachfolgerin des glück- und mutlosen Regierungschefs Michael Müller die Latte für den nächsten Versuch der Hauptstadt, in die Liga von New York, London und Paris aufzusteigen (wo freilich auch nicht alles glänzt), sehr hoch gelegt. Berlin müsse sich als „wettbewerbsfähige Weltstadt profilieren“. Zwei oder drei Nummern kleiner würde schon reichen: Besser werden im Wettbewerb mit Hamburg, München oder Tübingen.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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