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Klon-Konferenz : "Ethisch unakzeptabel"

  • Aktualisiert am

Ministerin Bulmahn auf dem Klon-Kongreß Bild: AP

Forschungsministerin Bulmahn will auf die Entwicklung von Therapien setzen, die nicht die Zerstörung menschlicher Embryonen mit sich bringen.

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          Bundesforschungsministerin Bulmahn (SPD) setzt darauf, daß die Klonforschung medizinische Therapien entwickelt, die nicht die Zerstörung menschlicher Embryonen mit sich bringen. Zum Auftakt einer internationalen Konferenz ihres Ministeriums über "Das Klonen in biomedizinischer Forschung und Reproduktion" in Berlin sagte Bulmahn am Mittwoch, es sei "ethisch unakzeptabel", das Klonen zur Herstellung menschlicher Embryonen zu nutzen, die anschließend zur Gewinnung von Gewebe zerstört würden. Damit stellte die Ministerin klar, daß die Bundesregierung keine Absicht hat, das therapeutische Klonen in Deutschland zuzulassen. Bulmahn sagte, die Forschung könne aber Techniken entwickeln, die dem therapeutischen Klonen ähnlich seien, aber ohne Embryonen auskämen. Über solche Verfahren sei eine "gründliche und differenzierte Diskussion" nötig.

          Mit dem sogenannten therapeutischen Klonen wollen Biomediziner für Patienten Ersatzgewebe züchten, das vom Immunsystem des Körpers nicht abgestoßen wird. Dazu wird mit Hilfe des Erbguts des Patienten und einer weiblichen Eizelle ein Klonembryo erzeugt. Dieser Embryo, der genetisch mit dem Patienten identisch ist, wird anschließend getötet, um ihm Stammzellen zu entnehmen. Aus diesen Zellen wird Gewebe gezüchtet, das bei einer Reihe von Krankheiten implantiert werden soll, um erkrankte Körperteile zu ersetzen. Die Forschungsministerin sagte, alternativ zur Herstellung von Embryonen könne man auch daran denken, Ersatzgewebe direkt aus Stammzellen zu züchten.

          Offen ließ Frau Bulmahn, wie sich die Bundesregierung bei den internationalen Verhandlungen über ein Klonverbot verhalten wird, die im Herbst anstehen. Sie sagte, in einer pluralistisch geprägten Welt sei es schwierig, für ethische Zweifelsfragen allgemein akzeptierte Lösungen zu finden. Bei den Vereinten Nationen müsse ein Weg gefunden werden, die Souveränität der einzelenen Staaten zu respektieren und trotzdem gemeinsame Standards zu erzielen. Im Mittelpunkt politischer Entscheidungen soll völkerübergreifend der Schutz des Lebens und die Garantie der Menschenwürde stehen. Auf der internationalen Konferenz in Berlin debattieren bis Freitag Fachleute aus aller Welt über wissenschaftliche und ethische Aspekte des Klonens. Die Grünen und die Union hatten eine "einseitige Auswahl" von Referenten kritisiert.

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