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Klimawandel : Erderwärmung bedroht 200 Millionen Menschen

  • -Aktualisiert am

Der Erde wird heiß: Demonstration während UN-Klimagipfel Bild: dpa

Das Eis der Arktis schmilzt, Trinkwasser wird knapp, Dürren breiten sich aus. Die Folgen der Erderwärmung werden immer bedrohlicher. UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer warnt davor, das Heil in der Kernenergie zu suchen. „Kernkraft ist keine Zukunftsenergie.“

          Klimaforscher des Internationalen Gremiums für den Klimawandel (IPCC) der Vereinten Nationen haben vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. In einem Bericht zum Stand der Klimaerwärmung schreiben rund 900 beteiligte Wissenschaftler, bis zum Jahr 2100 würden die Weltmeere mindestens um 50 Zentimeter, vielleicht sogar um 95 Zentimeter ansteigen.

          Ein solcher Meeresspiegelanstieg würde rund 200 Millionen Menschen, die in tiefer gelegenen Küstenregionen leben, direkt bedrohen. Besonders gefährdet sind einige Inselstaaten im Pazifik und das bevölkerungsreiche Bangladesh. Hier sterben schon heute jedes Jahr Tausende an den Folgen von Monsun-Stürmen und Überschwemmungen.

          Erwärmung trifft vor allem arme Länder

          Der Klimawandel wird vor allem arme Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika treffen, berichteten die Forscher. Schon heute mangele es rund 1,7 Milliarden Menschen an ausreichendem Trinkwasser. Vielerorts ist das Trinkwasser durch Krankheitserreger verseucht. Vor allem in Asien werden in den kommenden Jahrzehnten große Regionen so trocken werden, dass die Ernten regelmäßig bedroht sein werden, erwarten die Wissenschaftler.

          Zudem würden viele Tier- und Pflanzenarten aussterben, weil sie nicht schnell genug auf die Veränderungen der Umgebung reagieren könnten. Besonders verwundbar gegenüber dem Klimawandel seien Ökosysteme, die sich nur langsam anpassen können, wie zum Beispiel Gletscher, Feuchtgebiete, Mangroven, Ökosysteme in der Arktis und den Gebirgen, aber auch die borealen und tropischen Wälder. Die Mehrzahl der Korallenriffe, die durch klimatische Schwankungen wie El Niño schon stark geschädigt seien, würden einen Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius nicht überleben, fügten Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hinzu.

          Arktiseis schmilzt

          Der Bericht des IPCC, der in Genf vorgestellt wurde, ist der zweite Teil einer umfassenden Untersuchung des Klimawandels. Den ersten Teil hatten die Wissenschaftler im Januar in Shanghai vorgestellt, der dritte Teil soll in Ghana veröffentlicht werden. Darin sollen Vorschläge zur Reduzierung der die Atmosphäre aufheizenden Treibhausgase gemacht und die Kosten einer Veränderung der Energiepolitik auf der Welt berechnet werden. Wetterkatastrophen haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mehr als 100 Milliarden Mark Schaden verursacht.

          Viele klimatische Veränderungen, die der Bericht aufzählt, sind nach Meinung der Wissenschaftler schon heute zu sehen. In den Alpen sei ein starker Rückgang der Gletscher zu beobachten und auch das Eis der Arktis sei schon um rund 10 Prozent zurückgegangen. Immer öfter flögen Zugvögel nicht mehr in ihre angestammten Überwinterungsquartiere, sondern blieben in nördlicheren Regionen.

          Menschlicher Einfluss nicht mehr zu übersehen

          Die Klimaforscher betonten, trotz natürlicher Klimaschwankungen sei der menschliche Einfluss auf das Klima nicht mehr zu übersehen. Selbst die zurückhaltensten Modellrechnungen kommen auf eine durchschnittliche Erwärmungsrate von zwei Grad Celsius bis 2100. Diese Rate liegt deutlich über jenen Erwärmungen, die für jeweils hundert Jahre in den vergangenen 10.000 Jahren berechnet werden konnten.

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