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Klimaschutz : Weltweit hagelt es Kritik an Bush

  • Aktualisiert am

Genau so viel will Bush für den Klimaschutz investieren Bild: AP

Die USA stellen vier Prozent der Weltbevölkerung, aber stoßen 25 Prozent des Kohlendioxids aus. Jetzt hagelt es Kritik an der Unbeweglichkeit Bushs.

          Die USA geraten mit ihrer Absage an die Klimaschutzziele der Umweltkonferenz von Kyoto international zunehmend in die Isolation.

          Am Freitag schlossen sich Japan, China und Frankreich der Kritik an der US-Haltung an, die Bundeskanzler Gerhard Schröder im Auftrag der EU bei Präsident George Bush in Washington vorgetragen hatte.

          EU-Delegationen in alle Welt

          Die Europäische Union (EU) schickt Anfang April eine Delegation in die USA sowie nach Russland, China, Japan und in den Iran. Bush befürchtet, dass eine Absenkung der Grenzwerte für Industrieabgase die US-Wirtschaftsentwicklung gefährden würde.

          Das Kyoto-Abkommen von 1997 enthält die Verpflichtung der Industriestaaten, die Schadstoff-Emissionen bis 2012 weltweit um fünf Prozent zu senken, gemessen am Stand von 1990. Damit soll verhindert werden, dass sich die Erdatmosphäre weiter erwärmt und sich das Klima grundlegend ändert.

          Klimawandel auch ohne USA?

          Schröders Sprecher Uwe-Karsten Heye sagte in Berlin, der Kanzler habe Bush „ohne Wenn und Aber“ den Standpunkt des Stockholmer EU-Gipfels vorgetragen und damit klar gemacht, dass die Europäer völlig anderer Meinung seien. Heye ließ offen, ob die EU ohne die USA handeln werden. Er wolle der Zeit bis zur nächsten Klimakonferenz im Juli in Bonn nicht vorgreifen. Die USA sind Schätzungen zufolge für ein Viertel des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich.

          Der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori forderte Bush in einem Brief auf, seine Meinung zu ändern. Regierungssprecher Yasuo Fukuda sagte, Mori hoffe, dass die USA an der Konferenz in Bonn teilnähmen. Die Regierungskoalition will eine Delegation in die USA schicken, um die Regierung zur Ratifizierung des Klimaabkommens zu bewegen.

          China: Bush handelt unverantwortlich

          China bezeichnete die Entscheidungs Bushs als unverantwortlich. Das Außenministerium in Peking bekräftigte den Standpunkt, die Industriestaaten müssten bei der Reduzierung der Treibhausgase mit gutem Beispiel vorangehen.

          Der französische Staatspräsident Jacques Chirac sagte auf der Jahreskonferenz der Menschenrechtskommission der UNO in Genf, nur die Beschlüsse von Kyoto könnten verhindern, dass sich die Wüsten ausdehnten und die Trinkwasserknappheit zunehme. Letztlich gehe es um das Grundrecht auch der kommenden Generationen auf eine intakte Umwelt.

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