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Klimagipfel in Kopenhagen : Und was ist mit Tuvalu?

Keine starke Lobby in Kopenhagen: Tuvalu Bild: AFP

Auf dem Klimagipfel kämpft jeder für seine Interessen, auch kleine Inselstaaten wie Tuvalu. Am Ende aber werden in Kopenhagen die Staatschefs entscheiden - heute kommen immerhin schon die Umweltminister zusammen.

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          Hat denn niemand an Tuvalu gedacht? Dem Eiland im Pazifik, nördlich von Neuseeland, droht 30 Jahre nach der Unabhängigkeit schon der Untergang, der höchste Punkt der Insel ist derzeit kaum fünf Meter über dem Meeresspiegel. Noch in diesem Jahrhundert könnte die Insel unbewohnbar werden, behaupten Wissenschaftler. Ob es stimmt oder nicht, die Delegation Tuvalus auf dem Klimagipfel zeigt daher nur wenig Verständnis für taktische Spielchen in Kopenhagen. Als ein Antrag der Insel im Plenum nicht behandelt wird, sorgt sie kurzerhand für den ersten kleinen Eklat des Klimagipfels und legt ganz nebenbei offen, dass die Verhandlungen auch jederzeit scheitern könnten.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Am Montag noch war in Kopenhagen die Klimakonferenz der Vereinten Nationen feierlich und in großer Einigkeit eröffnet worden, begleitet von Appellen der Verhandlungsleitung an die Delegationen der 192 teilnehmenden Länder, sich der Verantwortung für die Zukunft des Planeten bewusst zu sein. Kopenhagen werde Geschichte schreiben, sagte Ivo de Boer, Chef des Klimaschutzsekretariats der Vereinten Nationen. „Wir müssen nur dafür sorgen, dass es die richtige ist.“

          Empörung über ein Papier

          Bis zum kommenden Wochenende soll in der dänischen Hauptstadt eine Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden, das 2012 ausläuft. Streitpunkte sind vor allem verbindliche Zusagen für die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes und für Zahlungen an die Entwicklungsländer, um sich technologisch anpassen zu können oder unvermeidbare Schäden zu regulieren. Den Verlust der eigenen Insel zum Beispiel.

          Kleine Lobby in Kopenhagen: Demonstranten im Bella-Center

          Der Verhandlungsweg bis Kopenhagen war schon vor zwei Jahren in Bali abgesteckt worden, allein in diesem Jahr gab es fünf „Vorgipfel“, auf denen Textbausteine für die Vertragsentwürfe vorbereitet wurden. „Wir müssen es schaffen“, sagte Connie Hedegaard, die als dänische Umweltministerin die Konferenz vorbereitet hat, bei der Eröffnung, „und wir müssen es jetzt schaffen.“ Aber am Dienstag schon war es mit der Einigkeit vorbei.

          Ein angeblicher Entwurf Dänemarks für die Abschlusserklärung machte die Runde in den Hallen des Bella Center. In dem Papier war nicht nur die Rede von einer Reduktionsverpflichtung für die Industrieländer, auch die Entwicklungsländer sollten in die Pflicht genommen werden. Im Kyoto-Protokoll waren sie noch von Verpflichtungen ausgenommen. Wirklich neu war das Papier zwar nicht, auch ist es bei Verhandlungsrunden der Vereinten Nationen nicht ungewöhnlich, dass Länder oder Ländergruppen eigene Vorschläge vorlegen. Doch für Empörung reichte das Papier vielen Staaten allemal. Und der erste Riss tat sich auf.

          Widerstand gegen Antrag Tuvalus

          Während Dänemark die Bedeutung des Entwurfs herunterzuspielen versuchte - Connie Hedegaard sprach von Verhandlungsspielräumen, die man austesten wolle -, trat China als Sprecher der Entwicklungs- und Schwellenländer auf. Es gebe eine „historische Schuld“ der entwickelten Länder gegenüber den nichtentwickelten, hieß es aus der Delegation. Die gelte es zu begleichen - mit Geld. Verbindliche Einsparungsziele für die Entwicklungsländer hingegen würden nur deren Wachstum behindern. Asiaten und Afrikaner versammelten sich hinter dieser Argumentationslinie.

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