https://www.faz.net/-gct
Papst Benedikt hat einen Brief an den Präses der EKD, Präses Schneider, geschrieben und damit seine Mitarbeiter brüskiert

Vatikan : Papst will sich mehr Zeit für Protestanten nehmen

Während seines Deutschlandbesuchs will Papst Benedikt XVI. einen stärkeren ökumenischen Akzent setzen als seine Mitarbeiter bislang geplant haben. Nach F.A.Z.-Informationen schreibt der Papst dies in einem Brief an den Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Schneider.
Vehementer Kritiker des Papstes: der Tübinger Theologe Hans Küng

Im Gespräch: Hans Küng : „Irren ist auch päpstlich“

Der Tübinger Theologe Hans Küng ist einer der schärfsten Kritiker von Papst Benedikt XVI. - daran lässt er auch in seinem neuen Buch keinen Zweifel. Im FAZ.NET-Interview spricht er über das mittelalterliche Herrschaftssystem des Papstes, Prunksucht im Vatikan - und die Überzeugung, Jesus auf seiner Seite zu haben.
Papst Benedikt XVI. glaubte schon vor vielen Jahren, dass die römisch-katholische Kirche auch verheiratete Männer zu Priestern weihen müsse

Abschaffung des Pflichtzölibats : Ehelos

Der Priestermangel ist Ausdruck einer Krise des Glaubens - und nicht des Zölibatversprechens. Der Papst und das Bischofskollegium verschweigen die Krisenphänomene der priesterlichen Lebensform so beredt wie vor vierzig Jahren.

Ziel geopolitischer Interessen : Die Tragödie der Arktis

Je schneller das Eis in der Arktis schmilzt, desto größer werden die konkurrierenden Begehrlichkeiten. Man kann an diesem Theater ablesen, wie sich die politischen Interessen verschoben haben.

Solidaritätszuschlag : Soli mit Bonbon

Die Koalition hat, wenn sie ehrlich ist, eine Steuererhöhung für die „Reichen“ beschlossen. Weder SPD noch CDU und CSU werden das so schnell zurücknehmen.

Abgesagter Dänemark-Besuch : Kein Geschäft für Trump

Trump hat den Kauf von Grönland offenbar ernst gemeint. Die Dänen sollten sich aber nicht grämen, dass der Präsident ihrer Königin nicht seine Aufwartung macht.

Reparationszahlungen : Bodenlos

Polen fordert abermals Reparationszahlungen von Deutschland für das im Zweiten Weltkrieg zugefügte Unrecht - eine rechtliche Grundlage gibt es dafür nicht.

Steinmeier über den Brexit : Rüge für Johnson

Beispiellos dürfte es sein, dass ein Bundespräsident einem britischen Premierminister, wenige Stunden vor dessen Antrittsbesuch bei der Bundeskanzlerin, unlautere Motive unterstellt. Doch der Anlass war nicht schlecht.

Neuanfang : Glück auf, SPD!

Sarkasmus, Häme, Zynismus, Spott – die SPD muss viel ertragen. Und das ist noch nicht das Ende vom Lied.

Italienisches Regierungs-Aus : Contes Abrechnung

In diesem Punkt hat der zurückgetretene Ministerpräsident recht: Neuwahlen in einem hochverschuldeten Land zu dem Zeitpunkt erzwingen zu wollen, zu dem der Haushalt aufgestellt werden muss, ist ein Spiel mit dem Feuer.

Johnson und der Brexit : Die Grenzfrage als Test

Johnsons Regierung betont plötzlich ihre Entschlossenheit, ein Abkommen mit der EU zu erzielen. Doch was der Premierminister als „alternative Vereinbarungen“ vorschlägt, ist heiße Luft.

Mietpreisbremse : Gebremstes Eigentum

Das Eigentum ist nicht unantastbar: Es ist ein Kind seiner Zeit und kann geschaffen, beschränkt und auch entzogen werden. Aber nur auf der Grundlage der beschlossenen freiheitlichen Ordnung – und nicht nach Gutdünken des Zeitgeistes.

Klimaschutz : Die Politik muss es ohne Greta schaffen

Greta Thunberg ist zum Idol für die Klimaschutzbewegung geworden. Das ist ihr Verdienst. Aber die mediale Aufregung um die junge Schwedin ist auch ein Problem.
Wie kleine Prinzen: Beschnittene Jungs gelten fortan als Löwen und sind der ganze Stolz des Vaters

Beschneidung : Blutiger Schnitt

Jahr für Jahr werden in Deutschland jüdische und muslimische Knaben dem Ritual der Beschneidung unterzogen. Es ist eine weithin akzeptierte religiöse Praxis. Dass es auch ein Akt der Gewalt gegen Kinder ist, wird dabei ausgeblendet.
Das hat Scheuer vergessen: Klimmzugstangen an Busbahnhöfen.

Fraktur : Anreize und Verbote

Warum die SPD vor den Schicksalswahlen im Osten ins Fitnessstudio sollte – und ein Besuch dort ohnehin das Ermutigendste ist, was man in diesem von nachlassendem Wachstum geschundenen Land tun kann.

Seite 5/5

  • Antisemitismus-Vergleich : Vatikansprecher distanziert sich

    Bereits wenige Stunden nach einer umstrittenen Predigt im Petersdom hat sich der Vatikan davon distanziert. Cantalamessa, persönlicher Prediger des Papstes, hatte am Karfreitag aus einem Brief gelesen, in dem die Anschuldigungen im Missbrauchsskandal der Kirche mit dem Antisemitismus verglichen werden.
  • Karl Kardinal Lehmann

    Kardinal Lehmann : „Pädophilie lange Zeit unterschätzt“

    Der Mainzer Kardinal Lehmann schreibt in der F.A.Z., die Kirche dürfe sich nicht wundern, wenn sie jetzt an den Kriterien gemessen werde, mit denen sie sonst ihre Überzeugungen vertrete. „Die aufgedeckten Missbrauchsfälle wirken wie ein Bumerang.“
  • Wollen an den Erfolg rechtspopulistischer Parteien im nahen Ausland anknüpfen: Anhänger von Pro NRW und NPD

    Nordrhein-Westfalen : Im Windschatten der Minarette

    Die islamfeindlichen Mahnwachen der Initiative Pro NRW haben am Wochenende Demonstranten und Gegendemonstranten vor die Moscheen im Ruhrgebiet gebracht. Selbst die etablierten Parteien nutzten die starke muslimische Minderheit als Profilierungschance.
  • Hirtenbrief : Der Dreiklang des Papstes

    Der Hirtenbrief an die Iren enthält Fingerzeige auf Schwächen der Kirche in aller Welt. Er gibt keine Wege vor, um vergangenes Unrecht zu sühnen und neues Leid zu verhindern. Doch lassen sich aus den Analysen des Papstes klare Vorgaben ableiten. Eine Analyse von Daniel Deckers.
  • Warum kommen aber sexuelle Übergriffe in bestimmten Institutionen so häufig vor?

    Pädophilie : Dämonisiert und verharmlost

    Was ist eigentlich Pädophilie? Was sind ihre Ursachen? Kann man sie therapieren? Die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs, die ans Licht gekommen sind, verlangen nach Aufklärung - auch durch die Wissenschaft. Eine Analyse von Martina Lenzen-Schulte.
  • Missbrauchsfälle : Vatikan wehrt Vorwürfe gegen Papst ab

    Der Vatikan hat den Versuch als gescheitert bezeichnet, den Papst in die Missbrauchsaffären in katholischen Einrichtungen in Deutschland zu verwickeln. Benedikt XVI. selbst äußerte sich bei seinen öffentlichen Auftritten in Rom nicht zur jüngsten Debatte.
  • Misshandlungen : Georg Ratzinger bittet Opfer um Verzeihung

    Der frühere Regensburger Domkapellmeister Georg Ratzinger hat eingestanden, in seiner Amtszeit von Misshandlungen in der Internatsvorschule der Domspatzen gewusst zu haben. Er bitte die Opfer um Verzeihung, sagte der Bruder von Papst Benedikt XVI.
  • Nikolaus Schneider

    EKD-Ratsvorsitz : Schneider soll Käßmann folgen

    Bei der Suche nach einem neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) machen sich führende Kirchenfunktionäre für Nikolaus Schneider stark. Er ist bereits seit dem Rücktritt von Margot Käßmann amtierender Vorsitzender.
  • Erzbischof Robert Zollitsch sieht nun „Nachholbedarf”

    Missbrauchsfälle : Zollitsch: Wir haben das Ausmaß unterschätzt

    Die katholischen Kirche will die Fälle sexuellen Missbrauchs „frei von falscher Rücksichtnahme“ aufklären. Man habe das Ausmaß der Verfehlungen bislang unterschätzt, sagte Erzbischof Zollitsch. Dies gilt anscheinend auch für die Vorfälle im oberbayerischen Kloster Ettal.
  • Wieder einfache Pastorin: Margot Käßmann

    Margot Käßmann : Ein Fall von Autoritätsverlust

    Margot Käßmann hat lange mit sich gerungen. Nun hat die EKD-Ratsvorsitzende wegen ihrer Trunkenfahrt die Konsequenzen gezogen und ist von allen Ämtern zurückgetreten. Eine Entscheidung von geradezu getriebener Autonomie.
  • Ihr Rücktritt ist ein Verlust für die Kirche: Margot Käßmann

    Käßmann-Rücktritt : Artistin der Fehlbarkeit

    Der Rat der Evangelischen Kirche hatte die Alkoholfahrt einmütig nicht als hinreichenden Anlass für einen Rücktritt gewertet. Margot Käßmann entschied anders. Mit ihrem Rücktritt verliert die Kirche ihren faszinierendsten religiösen Akteur.
  • Nach Alkoholfahrt : Käßmann tritt von allen Ämtern zurück

    Die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann tritt mit sofortiger Wirkung von allen ihren Ämtern zurück. „Mein Herz sagt mir ganz klar: Ich kann nicht mit der notwendigen Autorität im Amt bleiben“, sagte sie. Bundeskanzlerin Merkel drückte „Respekt und Bedauern“ über den Schritt aus.