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Kirche : Der Papst ist sehr krank

  • -Aktualisiert am

Wie geht es dem Papst? Bild: dpa/dpaweb

Der Gesundheitszustand des Papstes ist schlechter als nach außen hin bekannt. Im Vatikan wird fieberhaft daran gearbeitet, die Ernennung neuer Kardinäle durch Papst Johannes Paul II. zu beschleunigen.

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          Die Nervosität im Vatikan nimmt zu. Am Freitag wurde fieberhaft daran gearbeitet, die Ernennung neuer Kardinäle durch Papst Johannes Paul II. zu beschleunigen. Schon am Sonntag oder am Mittwoch könnten die Namen verkündet werden, hieß es. Auch der Papst selbst, so verlautete aus seiner Umgebung, scheine von einer ungewohnten Unruhe erfaßt. Er habe am Dienstag auf den Rat seines Arztes gehört und die traditionelle Generalaudienz am Mittwoch in Rom absagen lassen. Johannes Paul II. wandte sich dann von Castel Gandolfo aus über Radio an die Pilger; im Fernsehen wurde ein Video gezeigt, in dem der Papst sich für sein Fernbleiben entschuldigte und seinen Segen erteilte.

          In Rom hieß es, der Gesundheitszustand des Papstes sei schlechter als nach außen hin bekannt. Dem Papst sei die Einlieferung in ein Krankenhaus empfohlen worden. Davon habe Johannes Paul II. jedoch nichts wissen wollen. Er habe plötzlich darauf bestanden, aus Castel Gandolfo in den Vatikan zurückzukehren, einen Tag früher als geplant. Die einen erklärten sich diese Entscheidung damit, daß er dort eine bessere medizinische Betreuung habe. Andere meinten, der Papst wolle die Vorbereitungen für die Liste der neuen Kardinäle schneller voranbringen.

          Neuer Kardinal für Krakau?

          Fast als Beweis für die letztere Deutung verstärkten sich am Freitag die Stimmen, Johannes Paul II. werde seinen persönlichen Hauptsekretär, den Bischof Stanislaw Dziwisz, zum Kardinal erheben und ihn außerdem zum "Koadjutor (Helfer) mit dem Recht der Nachfolge" des Erzbischofs von Krakau ernennen. Der jetzt dort amtierende Kardinalerzbischof Macharski hatte im Mai des letzten Jahres die Altersgrenze von 75 Jahren überschritten und könnte sein bereits erfolgtes pflichtgemäßes Angebot zum Rücktritt dann einlösen, wenn Dziwisz "nicht mehr als Sekretär des Papstes in Rom gebraucht wird".

          Johannes Paul II. und seine Mitarbeiter in der vatikanischen Kurie müssen es eilig haben. Denn ein Konsistorium, das für die Bestellung neuer Kardinäle üblich wäre, findet ohnehin statt. Allerdings in knapp drei Wochen, wenn in Rom feierlich der 25. Jahrestag der Papstwahl Karol Wojtylas begangen werden soll. Ursprünglich hatte man mit dem Konsistorium für die neuen Kardinäle noch bis zum Frühjahr 2004, drei Jahre nach dem letzten, warten wollen. Doch sachliche Gründe sprechen jetzt dafür, es vorzuziehen. Die Zahl der Papstwähler - der unter 80 Jahre alten Kardinäle - ist auf 109 gesunken. 120 sollten es sein. Johannes Paul II. habe es nun eilig, der Festversammlung des Kardinalskollegiums Mitte Oktober neue Kardinäle vorzustellen. So könne jederzeit aus einem Konsistorium ein wohlbestücktes Konklave zur Wahl eines neuen Papstes werden, heißt es.

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