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Kiew : Klitschko ruft zur Bildung von Bürgerwehren auf

Zurück in Kiew: Vitali Klitschko Bild: AP

Nach seiner Rückkehr aus München hat der ukrainische Oppositionsführer Vitali Klitschko die protestierenden Ukrainer zur Bildung von Bürgerwehren „in jedem Hof, in jedem Bezirk“ aufgerufen.

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          Der ukrainische Oppositionsführer Vitali Klitschko ist politisch gestärkt von der Münchner Sicherheitskonferenz in sein Heimatland zurückgekehrt. Am Sonntag rief Klitschko in Kiew die Gegner von Präsident Viktor Janukowitsch dazu auf, Bürgerwehren aufzustellen. „Bildet Bürgerwehren in jedem Hof, in jedem Bezirk, in jedem Haus“, forderte er am Sonntag auf dem von Demonstranten besetzten Unabhängigkeitsplatz (Majdan). „Alle demokratischen Kräfte müssen den Protest vor die Gebietsverwaltungen tragen“, sagte er. Der Oppositionspolitiker Arsenij Jazenjuk, der ebenfalls nach München gereist war, sagte: „Wir haben mit unseren westlichen Partnern gesprochen und ihnen gesagt, dass wir finanzielle Hilfen brauchen.“ Er fügte an: „Sie sind dazu bereit.“ Das Geld solle aber ausschließlich dem „ukrainischen Volk“ und nicht dem „Regime Janukowitschs“ zugute kommen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          Redakteur in der Politik.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Klitschko hatte in München gesagt, die Opposition werde in Kiew auf der Straße bleiben, die Macht Janukowitschs bröckele. Doch der Oppositionsführer wirkte durch seine Teilnahme an den Protesten erschöpft. Klitschko sagte, 300 Oppositionelle würden noch von den ukrainischen Polizeikräften festgehalten, das Schicksal von 27 Oppositionellen sei unklar.

          Beifall für Klitschko, Schweigen für Lawrow

          EU-Ratspräsident Herman van Rompuy, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der amerikanische Außenminister John Kerry hatten der ukrainischen Regierung zuvor in München energisch davon abgeraten, das Militär gegen die Demonstranten der Opposition in Kiew oder anderswo einzusetzen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte indes, die ukrainische Führung habe das Recht, bei einer Eskalation der Gewalt zu Zwangsmitteln zu greifen.

          Lawrow warf dem Westen vor, die Proteste zu schüren. Während Klitschko auf der Sicherheitskonferenz für seine Forderungen nach Freilassung aller festgehaltenen Demonstranten, nach der Rückkehr zur Verfassung von 2004 und nach vorgezogenen Wahlen langen Beifall erhielt, schlug Lawrow und dem ukrainischen Außenminister Schweigen entgegen.

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