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Kenia : Kenia: Zwölf Menschen nach Anschlägen in Polizeigewahrsam

  • Aktualisiert am

Spurensuche in Mombasa Bild: AP

Weltweit wird fieberhaft nach den Hintermännern der Anschläge vom Donnerstag gefahndet. Der Hauptverdacht fällt wieder einmal auf Al Qaida.

          Nach den Anschlägen auf israelische Urlauber haben die kenianischen Sicherheitskräfte bislang zwölf Personen in Polizeigewahrsam genommen. Mindestens drei von ihnen wurden festgenommen. Elf von ihnen sind Ausländer.

          Eine der Festgenommenen sei eine Frau mit einem amerikanischen Pass, teilte die Polizei in Mombasa mit. Wie ein Polizeisprecher am Freitag in der Küstenstadt sagte, wird sie verdächtigt, an dem Abschuss zweier Raketen auf eine israelische Verkehrsmaschine beteiligt gewesen zu sein. Zeugen wollen sie in dem Geländewagen gesehen haben, von dem aus die Geschosse des Typs SAM-7 auf die startende Maschine abgefeuert wurden.

          Die übrigen seien nicht unbedingt alle verdächtig. „Aber sie haben Informationen, die die Ermittlungen voranbringen können.“Der Bombenanschlag auf das israelische Hotel, bei dem 16 Menschen getötet wurden, ereignete sich 20 Kilometer nördlich von Mombasa in Kikambala. Zugleich war auch ein israelisches Charterflugzeug nach dem Start in Mombasa mit Raketen beschossen worden, die ihr Ziel jedoch verfehlten. Die Maschine wurde mit Boden-Luft-Raketen russischer Herkunft beschossen.

          „Die Attentäter benutzten SAM-7-Geschosse und verfehlten ihr Ziel offenbar lediglich, weil sie veraltetes Abschussgerät verwendeten“, erklärten Sicherheitskräfte am Freitag in Mombasa. Zum Zeitpunkt des Anschlags habe sich auch ein kenianisches Passagierflugzeug im Landeanflug auf Mombasa befunden. „Diese Maschine wäre möglicherweise auch von dem Attentat beeinträchtigt worden“, sagte ein Ermittler.

          Al Qaida als Täter vermutet

          Hinter den Anschlägen wurde das Terrornetzwerk Al Qaida vermutet, auch wenn sich eine bislang unbekannte Gruppe namens „Exilregierung für ganz Palästina, Streitmacht Palästinas“ zu den Anschlägen bekannte. Diese seien am Vorabend des 55. Jahrestags der Entscheidung zur Teilung Palästinas und Errichtung des Staates Israel erfolgt, hieß es in einem Telefax an internationale Nachrichtenagenturen in Beirut.

          Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon beauftragte den Auslandsgeheimdienst Mossad mit den Ermittlungen. Er kündigte an, es werde alles getan, um die Attentäter von Kenia zur Strecke zu bringen. „Der weltweite Kampf gegen den Terror muss wahrhaftig, handfest und kompromisslos werden und er muss sich gegen jede Terrororganisation und alle richten, die ihnen Unterschlupf gewähren, überall und jederzeit“, erklärt Scharon. „Niemandem wird vergeben.“

          Israelis fliegen zurück nach Hause

          Am Donnerstagabend trafen 150 israelische Soldaten und Sanitäter in Mombasa ein, um die Verwundeten zu behandeln und rund 140 Urlauber auszufliegen. 80 von ihnen verließen Kenia mit der ersten Maschine, die wieder nach Israel zurückflog. Zugleich wurden israelische Ärzte und Sicherheitsexperten an den Unglücksort Kikambala nördlich der kenianischen Küstenstadt Mombasa gebracht.

          Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte am Anschlagsort in Kenia, in den vergangenen Stunden seien vier Herkules-Transportflugzeuge nach Mombasa geflogen. Außer medizinischem Personal, Psychologen und Polizeiermittlern hätten sie „jede Menge Blut“ für die Verletzten mit an Bord gehabt. Auch drei US-Ermittler trafen am Freitag auf der Hotelanlage ein.

          Kenia war am 7. August 1998 Schauplatz eines mutmaßlichen Al-Qaida-Anschlags mit 219 Toten. Damals sprengten Terroristen die US-Botschaft in Nairobi in die Luft. Fast gleichzeitig detonierte in der US-Botschaft im Nachbarstaat Tansania eine Bombe, die zwölf Menschen in den Tod riss.

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