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Kenia : Dutzende Tote bei Terrorangriff in Nairobi

  • -Aktualisiert am

Somalische Extremistengruppe al-Schabaab bekennt sich via Twitter zum Anschlag auf ein kenianisches Einkaufszentrum Bild: AFP

Auch einen Tag nach dem Terrorangriff auf ein Einkaufszentrum in Kenias Hauptstadt Nairobi halten sich die Angreifer noch mit einer unbekannten Zahl von Geiseln in dem Komplex verschanzt. Bislang wurden 68 Tote gezählt.

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          Mehr als 24 Stunden nach Beginn des blutigen Terrorangriffs auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi halten sich die Angreifer am Sonntagabend immer noch mit einer unbekannten Zahl von Geiseln in dem Komplex verschanzt. Bislang hat der Überfall offiziellen Angaben zufolge 68 Menschen das Leben gekostet; 175 weitere Besucher wurden zum Teil schwer verletzt. Die radikale somalischen Miliz al Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag. Kenianische Krankenhäuser hatten am Samstag zu Blutspenden aufgerufen, um die Schwerverletzten retten zu können. Unter den Toten sind nach Angaben ihrer jeweiligen Regierungen zwei Französinnen — eine junge Mutter und ihre Tochter — sowie zwei kanadische Staatsbürger, eine von ihnen eine Diplomatin.

          Das amerikanische Außenministerium teilte mit, Mitarbeiter seiner Botschaft in Nairobi seien in „tragischer Weise“ von dem Überfall betroffen. Inoffiziell hieß es, dass vier Amerikaner verletzt worden seien. Auch die Regierung in London geht davon aus, dass unter den Opfern britische Staatsbürger sind. Ob sich unter den Toten beziehungsweise unter den Geiseln Deutsche befinden, steht noch nicht fest. Außenminister Guido Westerwelle verurteilte den Angriff am Sonntag „auf das schärfste“. Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta, der einen Neffen und dessen Verlobte bei dem Angriff verlor, versprach am Samstag bei einer aufgewühlten Rede an die Nation, die Terroristen „zu verfolgen, wohin immer sie flüchten, und sie zu bestrafen“.

          Die kenianischen Streitkräfte teilten am späten Sonntagabend mit, dass die meisten Geiseln frei seien. Vier Sicherheitskräfte seien bei dem Großeinsatz verletzt worden. Der Einsatz gegen die Geiselnehmer ging indes weiter.

          Terroranschlag in Nairobi

          Am Sonntag hatte die kenianische Armee Sondereinheiten in den Stadtteil Westgate verlegt, um offenbar die Stürmung des Einkaufszentrums vorzubereiten. Den ganzen Vormittag über war sporadisches Gewehrfeuer zu hören. Angeblich war es der Armee bis zum Abend gelungen, die Terroristen in den unteren Teil des vierstöckigen Gebäudes abzudrängen. Versuche, mit den Geiselnehmern Kontakt aufzunehmen, schlugen zunächst fehl. Die Nachrichtenagentur AFP berichte unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass am Sonntagnachmittag ein israelisches Sondereinsatzkommando in das Innere des Einkaufszentrums vorgerückt sei, um die Terroristen zu töten. Dabei soll es sich um eine Kampfgruppe des „Sayeret Matkal“ genannten Geiselrettungsteams der israelischen Kriegsmarine handeln. Israel unterhält in Kenia zwar keinen Militärstützpunkt, allerdings gilt die dortige Botschaft aufgrund der ständigen Anwesenheit von Spezialkräften als eine der am besten gesicherten in Afrika. Für das Eingreifen israelischer Elitesoldaten lag bis zum Abend allerdings keine offizielle Bestätigung vor. Der kenianische Sicherheitsminister sprach am Sonntag von einer „sehr schwierigen taktischen Situation“, weil ein Frontalangriff auf die Terroristen unweigerlich das Leben der Geiseln gefährde.

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