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Katja Gelinsky : Hillary's Obama

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Bild: Mart Klein

„Stimmen Sie nicht deshalb für Obama, weil Sie denken, dass er süß ist, und weil Sie sein Lächeln mögen“, hatte Michelle Obama die Amerikanerinnen im Wahlkampf ermahnt. Welche Rolle Sex-Appeal für den Wahlsieg gespielt hat, weiß man nicht. Fest steht aber: Besonders alleinstehende Frauen wählten oft Obama.

          „Stimmen Sie nicht deshalb für Obama, weil Sie denken, dass er süß ist, und weil Sie sein Lächeln mögen“, hatte Michelle Obama die Amerikanerinnen im Wahlkampf ermahnt. Welche Rolle Sex-Appeal für den Wahlsieg gespielt hat, weiß man nicht. Obama und sein Team jedenfalls umwarben die weiblichen Wähler mit großem Fleiß, etwa durch je einen Auftritt von Mr. und Mrs. Obama in der populären Talkshow „The View“ auf ABC, wo gleich fünf Gastgeberinnen - darunter Whoopi Goldberg - zum Schwätzchen bitten. „Dürfen wir das sagen? Wir finden, Sie sehen echt sexy aus“, gurrte Journalistin Barbara Walters.

          Am Ende jedenfalls gaben die amerikanischen Frauen Obama klar den Vorzug - trotz der historischen Chance, die erste Präsidentin (Hillary Clinton) oder zumindest Vizepräsidentin (Sarah Palin) zu wählen. Frauen wählen Frauen nicht allein deshalb, weil sie Frauen sind: Das steht nach dieser Wahl fest. Selbst nach den Vorwahlen enttäuschte Hillary-Anhängerinnen, die sich zunächst in Gruppen wie „PUMA - Party Unity, My Ass“ (etwa: Parteisolidarität, darauf pfeif' ich) versammelten und drohten, John McCain zu wählen - selbst die „PUMAs“ standen zu Obama.

          Schlag bei Frauen

          Aber was versprechen sich die Amerikanerinnen von dem Demokraten? Mehr als von McCain. Im Gegensatz zu den Männern, die fast zu gleichen Teilen für den Demokraten und den Republikaner stimmten, votierten 56 Prozent der Wählerinnen für Obama und nur 43 Prozent für McCain. Egal ob Weiße, Schwarze oder Hispanics - in jeder Wählergruppe waren es die Frauen, von denen der Demokrat mehr Zustimmung erhielt und denen er seine Wahl zu weiten Teilen verdankt. Die Parteizugehörigkeit bietet keine ausreichende Erklärung, denn John Kerry kam 2004 bei den Frauen nicht so gut an.

          Auffällig ist vor allem der hohe Anteil alleinstehender Amerikanerinnen, die für Obama votierten. 70 Prozent der Singles, getrennter, geschiedener und verwitweter Frauen stimmten für den künftigen Präsidenten. Verheiratete Frauen dagegen erwarteten mehrheitlich, mit McCain und Palin besser zu fahren. Entscheidend war aber letztlich, dass die Mehrheit der Amerikanerinnen Obama offenbar für den besseren Krisenmanager hielt. Frauen setzen ihre Hoffnungen darauf, dass Obama das Kunststück gelingen wird, Finanz-, Häuser- und Wirtschaftskrise zu bewältigen.

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