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Katholische Kirche : Kölner Weihbischof Woelki wird Erzbischof von Berlin

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Weihbischof Rainer Woelki bei seiner Weihe in Köln 2003 Bild: dapd

Der Kölner Weihbischof Woelki folgt dem verstorbenen Kardinal Georg Sterzinsky auf die höchste Position im Erzbistum Berlin. Der 54 Jahre alte Woelki gilt als enger Vertrauter des Kölner Erzbischofs, Kardinal Joachim Meisner.

          Papst Benedikt XVI. hat den Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki zum neuen Erzbischof von Berlin ernannt. Der 54 Jahre alte Geistliche folgt Kardinal Georg Sterzinsky nach, der aus Gesundheitsgründen Ende Februar zurückgetreten war. Nach schwerer Krankheit verstarb der 75-Jährige am Donnerstag. Er hatte das Bistum fast 22 Jahre lang geleitet.

          Dem Kölner Domradio sagte der künftige Berliner Erzbischof am Samstag, er sei von der Entscheidung des Berliner Domkapitels, das ihn gewählt habe, „völlig überrascht“ worden. Er habe sich erst nach „langer Überlegung“ dazu entschlossen, die Wahl anzunehmen. Er sehe es auch als Berliner Erzbischof als seinen Auftrag an, „den Menschen von Gott zu erzählen“.

          Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, er freue sich, dass die Entscheidung nun gefallen sei. Er biete dem neuen Berliner Erzbischof eine „gute Zusammenarbeit“ an. Woelki soll am Dienstag im Erzbischöflichen Ordinariat auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt werden. Der Termin für seine Amtseinführung steht nach Angaben des Erzbistums noch nicht fest. Am 22. September ist das Bistum erste Station der Deutschlandreise von Papst Benedikt XVI. Er wird eine Messe im Berliner Olympiastadion halten.

          Der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich zeigte sich erfreut, „dass wir endlich einen Erzbischof haben - auch in einer für römische Verhältnisse relativ kurzen Zeit“. Das Amt war seit dem Rücktritt Sterzinskys vakant.

          Meisner: „große Lücke“ in Köln

          Zu der Frage, ob der neue Erzbischof noch vor dem Papstbesuch in sein Amt eingeführt werde, sagte Heinrich: „Wir hoffen und gehen davon aus, dass dies möglich ist. Das ist ja der Sinn dieses schnellen Verfahrens gewesen, dass der Papst, wenn er kommt, einen Bischof vorfindet.“

          Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner erklärte, er habe die Nachricht von der Ernennung Woelkis „mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge“ zur Kenntnis genommen. Er freue sich über das große Vertrauen, das der Heilige Vater damit dem Weihbischof gegenüber ausdrücke. Er werde aber eine „große Lücke“ in Köln hinterlassen. Meisner sagte: „Wir danken ihm und werden ihn in einer angemessenen Weise von Köln verabschieden.“

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          Woelki wurde am 18. August 1956 in Köln geboren. Nach seinem Studium in Bonn und Freiburg wurde er 1985 zum Priester geweiht. Der Theologe promovierte an der Römischen Universität vom Heiligen Kreuz über die Seelsorge. Die Universität gehört zur konservativen Laienorganisation Opus Dei. Am 24. Februar 2003 wurde Woelki von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Köln ernannt, die Bischofsweihe empfing er am 30. März 2003. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er Mitglied der Kommissionen „Geistliche Berufe und kirchliche Dienste“ und „Wissenschaft und Kultur“.

          Im Erzbistum Berlin leben etwa 390.000 Katholiken. Es umfasst neben der Bundeshauptstadt auch große Teile Brandenburgs sowie den Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Mit 31.200 Quadratkilometern ist es flächenmäßig das zweitgrößte Bistum in Deutschland. Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung liegt aber lediglich bei 6,8 Prozent.

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