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Katholische Kirche : Im Ton der Verbitterung

In einem neuen Buch geht Benedikt XVI. hart mit der katholischen Kirche in Deutschland ins Gericht. Dabei ist hierzulande über Jahrzehnte gegen seinen Willen niemand Bischof geworden.

          Er kann es nicht lassen. Auch in den mutmaßlich letzten Worten, die ein Journalist aus dem Mund des emeritierten Papstes Benedikt entgegennahm, geht der langjährige Theologieprofessor und vormalige Erzbischof von München und Freising hart mit der katholischen Kirche in Deutschland ins Gericht.

          Gründe dafür gäbe es wahrlich genug. Doch wer hat über Jahrzehnte an der Ernennung der Bischöfe mitgewirkt, wenn sie nicht gar selbst ernannt, denen aus der Idylle der vatikanischen Gärten beschieden wird, sie seien die Hirten einer bürokratisierten, saturierten und obendrein ungemein privilegierten Kirche? Gegen den Willen Ratzingers ist seit den frühen achtziger Jahren in Deutschland niemand Bischof geworden – und über so manchen, der es hätte werden können, hat er den Stab gebrochen.

          Es ist bitter, dass Ratzinger, der erste Papst aus Deutschland, seit Jahrzehnten über „seine“ Kirche nur im Ton der Verbitterung spricht – und damit indirekt jenen in die Hände spielt, denen die nach wie vor starke Präsenz der Kirche in der Gesellschaft ein Dorn im Auge ist.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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