https://www.faz.net/-gpf-15ss9

Katholische Kirche : Die Verantwortung der Bischöfe

Der Freiburger Erzbischof Zollitsch steht für eine Vielzahl ranghoher Geistlicher, denen im Licht der jüngsten Enthüllungen über Missbrauch und Misshandlungen schwant, sie hätten nicht erst mit dem Wissen von heute, sondern schon vor Jahren konsequenter handeln müssen.

          1 Min.

          Seit Wochen ist der Freiburger Erzbischof Zollitsch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verstummt, und das nicht nur, weil die Anliegen der Opfer sexueller Übergriffe in der Kirche bei dem Trierer Bischof Ackermann gut aufgehoben sind.

          Als langjähriger Personalchef eines großen Bistums steht Zollitsch für eine Vielzahl ranghoher Geistlicher, denen im Licht der jüngsten Enthüllungen schwant, sie hätten nicht erst mit dem Wissen von heute, sondern schon vor Jahren konsequenter handeln müssen. Diese Verantwortung für die Vergangenheit kann ihnen niemand abnehmen. Eine unparteiische Aufarbeitung der Fälle von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der Kirche ist aber unumgänglich.

          Gerade weil ein Bischof Verantwortung für den Täter wie für das Opfer trägt, gehört diese Aufgabe zuallerletzt in die Hände kirchlicher Gremien. Die amerikanischen Bischöfe haben sie einer unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtung übertragen. In Deutschland ist offenbar noch nicht genug passiert, dass die Bischöfe bereit wären, über den eigenen Schatten zu springen.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Bildungsministerin Karliczek : Die Unterfliegerin

          Bildungsministerin Anja Karliczek gilt als ungeschickt, die Länder wollen sie in der Debatte um Bildungszusammenarbeit sogar ausbooten. Sie macht trotzdem weiter. Ein Porträt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.