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Katholikentag : Katholische Variante von Multikulti

Katholikentag 2018: Einzug beim Hauptgottesdienst vor dem Schloss in Münster. Bild: dpa

Der Katholikentag in Münster war so politisch wie selten. Das liegt vor allem an einem Protestanten aus Bayern.

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          Wie eine Sintflut gingen über die Katholikentagsbesucher in Münster die Zeichen und Botschaften nieder. Symbole mit verworrener Bedeutung: Zwei Damen rollten einen Mühlstein durch die Innenstadt von Münster. Sehr eindeutige Provokationen: Ein Gott aus Pappmaché zeigte den Passanten den mahnenden Zeigefinger, daneben stand: „11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ Doch eines sah man ziemlich selten in Münster: das Kreuz. Die überall wehenden Fahnen des Katholikentags wurden von dem Motto „Suche Frieden“ und einem Dreieck, einem Segel, geschmückt. Warum wird nicht das Naheliegende gezeigt, ein Kreuz? Haben die Veranstalter etwa die Befürchtung, das Kreuz könnte zu eindeutig, gar diskriminierend sein?

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Mona Jaeger

          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten.

          Dass auf dem Katholikentag über diese Fragen diskutiert wurde, ist einem Protestanten zu verdanken, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Dessen Erlass, im Eingangsbereich bayerischer Behörden sollen Kreuze aufgehängt werden, kam nicht nur pünktlich zum bayerischen Landtagswahlkampf, sondern auch zu dem kirchlichen Laientreffen. Söder selbst erschien nicht in Münster, aber sein Innenminister Joachim Herrmann, ein Katholik.

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