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Kaschmir-Krise : Musharraf und Vajpayee reichen sich die Hände

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Symbolische Handreichung: Musharraf und Vajpayee im Januar in Nepal Bild: AP

Auf dem Südasien-Gipfel in Nepal ist Pakistans Regierungschef Musharraf auf Indiens Ministerpräsidenten Vajpayee zugegangen.

          In einem symbolischen Akt haben sich die Regierungschefs von Indien und Pakistan, Atal Bihari Vajpayee und Pervez Musharraf, beim Südasien-Gipfel in Nepal die Hand gereicht. Der Gipfel der Südasiatischen Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit (SAARC) begann am Samstag einen Tag später als geplant.

          Der pakistanische Militärmachthaber ging nach einer Rede vor den Teilnehmern des Treffens mit ausgestreckter Hand auf den indischen Ministerpräsidenten zu, der sich erhob und den Händedruck zurückhaltend erwiderte. „Ich reiche Ministerpräsident Vajpayee eine Hand der ehrenwerten und aufrichtigen Freundschaft“, sagte Musharraf in seiner Rede. „Lassen Sie uns gemeinsam eine Reise des Friedens, der Harmonie und des Fortschritts in Südasien beginnen“, sagte Musharraf auf dem Podium. Weiter betonte der General, seine Regierung sei bereit, jederzeit und auf allen Ebenen einen Dialog mit Neu-Delhi zu führen.

          Nicht nur Worte, sondern Taten

          Vajpayee erwiderte, Pakistan müsse den freundlichen Worten Taten folgen lassen und die Unterstützung der Rebellen in Kaschmir beenden. Indien hat bislang Gespräche mit Pakistan abgelehnt und von Islamabad zuerst ein Vorgehen gegen militante islamische Organisationen gefordert, die Neu-Delhi für den Anschlag auf das indische Parlament Mitte Dezember verantwortlich macht. Pakistan hatte am Freitag etwa 130 mutmaßliche Extremisten festgenommen, darunter Anführer der Gruppen Lashkar-e-Tayyaba und Jaish-e-Mohammed.

          Pakistan spricht von Freiheitskämpfern, Indien von Terroristen

          In seiner Rede sagte Musharraf, der weltweite Kampf gegen den Terrorismus müsse unterscheiden zwischen „legitimem Widerstand und Freiheitskampf auf der einen Seite und Akten des Terrorismus auf der anderen“. Seine Regierung verurteile den Terrorismus in jeder Form. „Wir verabscheuen Gewalt“, betonte der General.

          Im indische Teil Kaschmirs kämpfen islamische Extremisten für einen eigenen Staat oder den Anschluss an Pakistan. Pakistan bezeichnet die Rebellen als Freiheitskämpfer, Indien dagegen spricht von Terroristen.

          Außenminister treffen sich

          Wie Diplomaten am Rande des Gipfels mitteilten, haben sich der indische Außenminister Jaswant Singh und sein pakistanischer Kollege Abdul Sattar in Kathmandu getroffen. Ob sich auch Vajpayee und Musharraf unter vier Augen sprechen werden, ist dagegen weiter unklar.

          Der SAARC gehören sieben Staaten an, neben Indien, Pakistan und dem Gastgeberland Nepal sind dies Bangladesch, Sri Lanka, Bhutan und die Malediven.

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