https://www.faz.net/-gpf-2zxp

Kaschmir-Konflikt : Indien und Pakistan mäßigen ihren Ton

  • Aktualisiert am

Butter ins Feuer: Friedensritual in Kalkutta Bild: dpa

Die Außenminister Indiens und Pakistan schließen persönliche Gespräche über den Kaschmir-Konflikt nicht mehr aus.

          Der indische Außenminister Jaswant Singh schließt ein Treffen mit seinem pakistanischen Kollegen Abdul Sattar nicht mehr kategorisch aus. Auch aus Pakistan gibt es Zeichen der Annhäherung.

          Singh versicherte am Montag auf Fragen indischer Medien, Indien werde bei dem bevorstehenden Südasiengipfel (SAARC) in Nepal an einem „detaillierten Programm“ teilnehmen. Er selbst werde am Mittwoch in Kathmandu sein. „Ich werde sehen, wie sich das Programm entwickelt“, sagte Singh auf die Frage, ob er Sattar treffen werde. Auch Pakistan hat sich zu politischen Gesprächen zur Beilegung der Krise mit Indien bereit erklärt. Islamabad wolle sich „mit diplomatischen Mitteln“ mit dem Nachbarland auseinandersetzen, sagte Außenamtssprecher Aziz Ahmed Khan am Montag. Die Initiative zu neuen Gesprächen müsse jedoch von Indien ausgehen.

          Angebot Musharrafs

          Noch am Sonntag hatte die Regierung in Neu Delhi Gespräche zwischen Premierminister Atal Behari Vajpayee und Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf oder den Außenministern beider Länder in Nepal strikt ausgeschlossen. Musharraf hatte ein solches Treffen angeboten.

          Konfliktregion Kaschmir

          Positive Reaktion auf Festnahmen in Pakistan

          Indien reagierte am Montag auch positiv auf die Festnahme von Moslemextremisten in Pakistan. Außenminister Singh sagte nach einem einem Treffen des Sicherheitskabinetts in Neu Delhi, wenn sich entsprechende Informationen bewahrheiten sollten, dann sei dies ein „Schritt in die richtige Richtung“.

          Pakistanische Sicherheitsbehörden nahmen Mitglieder der radikalen Moslemgruppen „Armee der Gerechten“(Lashka-e-Toiba) und „Armee Mohammeds“ (Jaish-e-Mohammed) fest. Beide Gruppen macht Indien für den Terrorangriff auf das Parlament in Neu Delhi am 13. Dezember mit 14 Toten verantwortlich. Der Anschlag war Auslöser für die gegenwärtigen Spannungen zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan.

          Gefechte und Dementis

          Soldaten beider Länder lieferten sich nach indischen Angaben am Montag über die Trennungslinie in Kaschmir hinweg ein schweres Gefecht. Aus Kreisen indischer Militärs hieß es nach Darstellung der Nachrichtenagentur UNI, vier pakistanische Soldaten seien dabei getötet worden. Diese Darstellung wurde umgehend von pakistanischer Seite zurückgewiesen.

          Tote in Kaschmir

          Acht radikale Moslems und ein Soldat wurden nach Angaben der indischen Nachrichtenagentur PTI bei Gefechten im Südteil von Kaschmir getötet. Drei der getöteten Islamisten seien Ausländer gewesen. Im Norden Kaschmirs sei ein weiterer militanter Moslem getötet worden. In Rajouri in Jammu überfielen unbekannte Täter ein Haus und erschossen drei Mitglieder einer Familie. Im Bezirk Doda seien zwei Polizisten und ein Dorfältester erschossen worden.

          Weitere Themen

          DDR-Grenzopfer in Bulgarien Video-Seite öffnen

          Erschossen und vergessen : DDR-Grenzopfer in Bulgarien

          Fast 700 DDR-Bürgern ist die Flucht in den Westen über die bulgarisch-griechische Grenze gelungen, mindestens 21 wurden beim versuchten Grenzübertritt getötet. Die meist jungen Opfer sind heute weitgehend vergessen.

          Topmeldungen

          Berlin im Juli 2017: Überschwemmung auf der Märkischen Allee nach einem Unwetter

          Schwierige Stadtplanung : Schwamm drunter!

          Starkregen und Hochwasser bringen Städte immer wieder an ihre Grenzen. Sie müssen sich anpassen – denn der Klimawandel dürfte das Problem noch verschärfen.
          Olaf Koch, 49, ist seit sieben Jahren Vorstandsvorsitzender des Handelskonzerns Metro.

          Metro-Chef Koch im Interview : Ist Ihr Job noch sicher?

          Metro-Chef Olaf Koch hat eine feindliche Übernahme durch den tschechischen Milliardär Křetínský abgewehrt, doch die Probleme bleiben. Wie geht es mit dem Handelskonzern und ihm selbst weiter?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.