https://www.faz.net/-gpf-37oj

Kaschmir-Konflikt : Blair soll vermitteln

  • Aktualisiert am

In Alarmbereitschaft: pakistanischer Soldat Bild: dpa

Nach Toten bei Anschlägen auf das Parlament in Kaschmir wird nun Hoffnung auf Diplomatie gesetzt: Blair reiste heute in die Region.

          2 Min.

          In den Konflikt zwischen Indien und Pakistan um Kaschmir kommt Bewegung. Obwohl am Mittwochabend abermals ein Anschlag auf das Parlament in Kaschmir verübt wurde und es weiterhin Gefechte an der Grenze gab, geben einige Ereignisse Anlass zu Hoffnung. So verhaftete Pakistan rund 50 mutmaßliche moslemischer Rebellen. Indien signalisierte Gesprächsbereitschaft. Und der britischen Premierministers Tony Blair wird sowohl Indien als auch Pakistan besuchen.

          Pakistan hatte am Mittwoch rund 50 Personen verhaftet, die den beiden Organisationen Jaish-e-Mohammed und Lashkar-e-Tayyaba angehörten. Dies teilten die beiden Gruppierungen mit, die im Verdacht stehen, bei den Anschlägen auf das indische Parlament im Dezember beteiligt gewesen zu sein. Das Vorgehen Pakistans gegen militante Islamisten ist von Indien immer wieder gefordert worden.

          Gesprächsbereit - mit Einschränkungen

          Der indische Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee sagte, er sei grundsätzlich zu Verhandlungen bereit. Zuvor müsse aber der grenzüberschreitende Terrorismus beendet werden, um die Atmosphäre für einen Dialog zu schaffen. Vajpayee forderte konkret, Islamabad müsse Neu-Delhi über die Maßnahmen zur Eindämmung des Terrorismus informieren.

          Ein Treffen mit Musharraf am Rande des Südasien-Gipfels in Nepal, der am Freitag beginnt, sei nicht geplant. Einen atomaren Erstschlag von Seiten Indiens schloss Vajpayee aus. Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf sagte bei einer Sitzung des Kabinetts und der Militärführung, er sei in Nepal offen für Gespräche. Gleichzeitig warnte er Indien, ein Krieg werde schreckliche Konsequenzen haben.

          Blair ohne Friedensplan im Gepäck

          Der britische Premierminister Blair reiste am Donnerstag zu seiner Asienreise ab. Nach einem Besuch in Bangladesh wird er sowohl nach Delhi als auch nach Islamabad reisen. Blair habe jedoch keinen Friedensplan im Gepäck, sagte der britische Außenminister Jack Straw. Er spielte damit Berichte herunter, der britische Premierminister schalte sich als Vermittler in den indisch-pakistanischen Konflikt ein.

          Bei den Angriffen auf das Parlamentsgebäude in Srinigar am Mittwochabend und auf ein Armeecamp im indischen Teil Kaschmirs am Donnerstag wurden drei Sicherheitskräfte getötet und 34 Menschen verletzt. Die Abgeordneten befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlages in der Winterhauptstadt Jammu und hielten sich nicht in der Sommerhauptstadt Srinigar auf. Im Oktober waren bei einem Anschlag auf das Gebäude 42 Menschen getötet worden.

          Tote bei Gefechten

          Die indische Armee erschoss an der Grenze eigenen Angaben zufolge fünf pakistanische Soldaten. Bei drei Gefechten seien neun Islamisten getötet worden.

          Die USA verurteilten die anhaltende Gewalt in Kaschmir und begrüßten Schritte der Annäherung zwischen Indien und Pakistan. Beide Länder verhielten sich verantwortungsbewusst, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, und forderte die verfeindeten Nachbarn zum direkten Dialog auf.

          Händedruck der Außenminister

          Ein Beginn dazu könnte das Treffen des indischen Außenministers Jaswant Singh mit seinem pakistanischen Kollegen Abdul Sattar sein. Zum Auftakt des Gipfels der Südasiatischen Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit in Nepal reichten sie sich die Hände.

          Weitere Themen

          Morales fordert Regierung zu Rücktritt auf

          Bolivien : Morales fordert Regierung zu Rücktritt auf

          Der frühere Präsident Boliviens, Evo Morales, fordert die Interimspräsidentin Áñez auf, der „Demokratie einen großen Gefallen“ zu tun. Bei seinen eigenen Zukunftsplänen gibt er sich bescheiden.

          Vereinigte Staaten gestatten Siedlungsbau der Israelis Video-Seite öffnen

          Im Westjordanland : Vereinigte Staaten gestatten Siedlungsbau der Israelis

          Die Vereinigten Staaten sehen die israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland nicht länger als völkerrechtswidrig an, bestätigte nun Außenminister Pompeo. Damit verabschiedeten sie sich von einem seit 40 Jahren geltenden Grundsatz.

          Finale bei der SPD

          Wahl der Parteivorsitzenden : Finale bei der SPD

          Jetzt geht es um Alles bei der SPD: Ab diesem Dienstag können die gut 420.000 Parteimitglieder über die neue Parteispitze abstimmen. An der ersten Runde hatten nur gut 50 Prozent teilgenommen.

          Topmeldungen

          Münchener Flughafen: viel los, aber nicht immer optimal organisiert – so findet es zumindest der Luftfahrtverband Iata.

          Luftverkehr : Internationale Fluglinien greifen deutschen Staat an

          Deutsche Flughäfen sind für Fluglinien teuer. Der internationale Luftfahrtverband Iata erklärt das mit der schlechten Planung. Die Flughäfen müssten weg kommen von der Struktur von Regionalflughäfen.

          Neue Abstandsregel : Der harte Kampf um jedes Windrad

          Der Protest der Deutschen gegen Windräder wächst, und der Ausbau ist beinahe zum Erliegen gekommen. Kann der Mindestabstand von 1000 Metern für mehr Frieden sorgen – oder wird nun alles noch schwieriger?

          Wahl der Parteivorsitzenden : Finale bei der SPD

          Jetzt geht es um Alles bei der SPD: Ab diesem Dienstag können die gut 420.000 Parteimitglieder über die neue Parteispitze abstimmen. An der ersten Runde hatten nur gut 50 Prozent teilgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.