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Kardinal Lehmann : „Ich habe keine Angst vor dem Islam“

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Sein Nachfolger als Bischof von Mainz steht fest: Kardinal Lehmann Bild: dpa

Kardinal Lehmann will nicht mit der AfD sprechen – das „nationalistische Gerüchlein“ sei ihm zu stark. Der scheidende Bischof, der am Pfingstmontag 80 wird, sieht aber Versäumnisse im Umgang mit den Anhängern der Partei.

          Der scheidende Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann lehnt zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Dialog mit der Alternative für Deutschland (AfD) ab. Das „nationalistische ’Gerüchlein’“ sei ihm zu stark, sagte Lehmann am Sonntag im Interview der Woche des Deutschlandfunkes. „Da würde ich also im jetzigen Stadium nicht mitmachen, obwohl es mich beunruhigt, dass zwölf Prozent der Wähler da sind natürlich.“ Der Kardinal schränkte aber zugleich ein: „Vielleicht ist die Zurückweisung allein auf die Dauer kein Heilmittel.“

          Lehmann sieht auch Versäumnisse, von denen die AfD profitiere: „Wir haben sicher auch vor lauter Blick auf Europa, Globalisierung und so fort manchmal die Verwurzelung der Leute in ihrer heimatlichen Kultur und so weiter etwas versäumt.“

          Vor dem Islam habe er keine Angst, betonte Lehmann. Ein Grund sei, dass er sich schon im Studium und auch darüber hinaus mit dieser Religion beschäftigt habe. „Angst hat man vor etwas, was man nicht kennt.“ Aber auch die „unglaublichen Grausamkeiten“ der Terrormiliz IS flößten Angst ein. Noch sehe er keinen neuen europäischen Islam, der die Herausforderungen der Demokratie aufnehme. „Aber ich hoffe, dass es so etwas gibt.“

          Lehmanns 80. Geburtstag wird am Pfingstmontag in Mainz mit einem Festgottesdienst im Dom und einem Festakt begangen. Der Kardinal geht davon aus, dass Papst Franziskus sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch annimmt und der 80. Geburtstag sein „letzter Arbeitstag“ als Bischof von Mainz ist.

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