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Kardinal contra Ministerin Schmidt : „Familienpolitik wie bei Honecker“

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Familienministerin Schmidt verteidigt sich Bild: dpa

Der Kölner Kardinal Meisner hat die Familienpolitik der Bundesregierung in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert.

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          In ungewöhnlicher Form hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner Kritik an der Familienpolitik der Bundesregierung geübt.

          Er wundere sich immer, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) „nicht Frau Honecker aus dem chilenischen Exil geholt und zur Familienministerin gemacht hat. Denn die Familienpolitik dieser Regierung wurde schon einst in der DDR verfolgt“, kritisiert Meisner in der Kölner Zeitung „Express“ (Freitag).

          Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) bezeichnete Meisners Äußerungen als „absurd“. Der Kardinal stelle „sich ins Abseits“ und habe „den Bezug zur Realität verloren“.

          „Die meisten Särge und die wenigsten Kinderbettchen“

          Meisner beklagte, Ehe und Familie würden abgebaut - dies sei ein „Desaster“ und ein „Tiefpunkt unserer augenblicklichen Wirklichkeit“. Die Probleme der Alterssicherung seien „die Konsequenz einer
          verfehlten Familien- und Ehepolitik und einer Ideologie, die das Mutter- und Vatersein diffamiert“. Ein „verfehlter Feminismus“ diffamiere zudem Frauen, die sich der Erziehung ihrer Kinder widmeten, als Heimchen am Herd.

          Der Kardinal: „Das ist schlicht gesellschaftlicher Selbstmord. Unser Land steht an der vorletzten Stelle in der Statistik, es hat mit die meisten Särge und die wenigsten Kinderbettchen.“ Die Bevölkerungspyramide stehe auf dem Kopf, die sozialen Probleme verschärften sich. „In 20 Jahren wird man sagen - davon bin ich überzeugt: Wir können uns nur noch alte Leute bis 83 Jahre leisten, dann müssen wir einen humanen Tod organisieren.“

          Schmidt sagte dazu, Meisner scheine nicht zu wissen, wie Familien heute leben und wie ihre Bedürfnisse seien. „Frauen und Männer wollen heute beides: Beruf und Kinder.“ Die Familienpolitik der Bundesregierung orientiere sich „an der aktuellen Lebenswirklichkeit von Familien und nicht an Ideologien“. Die Ministerin: „Familien erwarten gute Rahmenbedingungen zum Leben, und genau dies ist das Ziel unserer Familienpolitik.“

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