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Kanzlerkandidaten : Schröder gegen Stoiber: Der Vergleich

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Welcher Kanzlerkandidat hat die besseren Chancen? Schröder oder Stoiber? FAZ.NET vergleicht.

          2 Min.

          Welcher Kanzlerkandidat hat die besseren Chancen? Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) oder Unionskandidat Edmund Stoiber (CSU)?

          Im Vergleich hat der Amtsinhaber zwar vor allem bei zahlreichen so genannten „weichen“ Faktoren wie Nervenstärke, Charisma oder Medienpräsenz die Nase vorn, aber der bayerische Ministerpräsident könnte sich als harter Herausforderer erweisen. Dies wird von den jüngsten Umfragen unterstützt.

          Schröder und sein Team

          Der Bundeskanzler hat eine Wahlkampftruppe, die es geschafft hat, Helmut Kohl nach 16 Jahren abzulösen. Der Union hat das SPD-Team voraus, vier Jahre aus der Regierung heraus agiert zu haben, das zwingt zur Geschlossenheit. Und es kann für den Wahlkampf auf mehr Finanzmittel zurückgreifen. Vor allem SPD-Generalsekretär Franz Müntefering ist für das politische Tagesgeschäft wie die Kampa 2002 nahezu unersetzlich. Zweiter Hauptakteur hinter den Kulissen ist Kanzleramtschef Frank Walter Steinmeier. Fraktionschef Peter Struck ist nach der SPD-Abstimmungspleite im Bundestag etwas in den Hintergrund gerückt.

          Stoiber und sein Team

          Der Bayer will vom Berliner Adenauer-Haus - für das die große Schwester CDU den Schlüssel hat - den Wahlkampf führen. Zu den eher schwierigen Voraussetzungen zählt auch, dass CDU-Vorsitzende Angela Merkel, die bei der Kandidatur zurückstecken musste, mit Stoiber der Wahlkampfkommission der Union vorsteht. Geleitet wird der Wahlkampf von CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer - der den Rentenplakat-Flop verantwortet - und seinem CSU-Kollegen Thomas Goppel. Zum Abstimmungsteam gehören zudem Unionsfraktionschef Friedrich Merz und CSU-Landesgruppenchef Michael Glos, Stoibers Mann fürs Grobe.

          Schröder und Öffentlichkeit

          Schröder versteht es wie kaum ein Politiker, sich und seine Themen in der Öffentlichkeit zu platzieren. Dies wird selbst von Stoiber und anderen Spitzenpolitikern der Union mit Hochachtung anerkannt. Die Wandlung vom Kaschmir-Kanzler zum Kriegs-Kanzler ist Schröder perfekt gelungen. Er hat Charisma, er kann Themen setzen. Mehrfach ist es ihm gelungen, aus einer für ihn schwierigen Situation auf Angriff umzuschalten und plötzlich die Opposition unter Druck zu setzen. Auf Stoibers Nominierung reagierte er aber zunächst eher mit nervös wirkenden Unterstellungen als mit eigenen Ideen.

          Stoiber und Öffentlichkeit

          In München kennt er sich aus, in Berlin nicht. Bei Reden im Bundestag wirkte der Vorzeige-Jurist bisher meist wie ein Musterschüler, der sich besonders anstrengt, aber nicht ankommt. Stoiber gilt nicht als besonders nervenstark. Ob er aus einer schwierigen Lage heraus kämpfen kann, musste er auch noch nicht wirklich beweisen. Seine emotionale Zurückhaltung war beim Kampf um die Kanzlerkandidatur genau richtig. Aber reicht das auch für das Kanzleramt (an dessen Tor Schröder gerüttelt hat), das - so Stoiber - nicht sein Lebenstraum sei? Dass er immer nur von Verantwortung, nie von Verlangen spricht, wenn es um das Kanzleramt geht, könnte noch ein Nachteil werden.

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