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Flucht und Migration : Kann man 2015 mit heute vergleichen?

Ukrainische Flüchtlinge im April am Frankfurter Hauptbahnhof Bild: Frank Röth

Die Zahl der Asylbewerber steigt, etliche Flüchtlinge kommen aus der Ukraine. Manche sehen ein neues „2015“ über das Land hereinbrechen. Viele Kommunen sind überfordert – doch die Situation ist komplex.

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          Kann man die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 mit der heutigen Situation vergleichen? Mit „2015“ ist alles und nichts gesagt. Es stimmt, dass die Zahl von Schutzsuchenden enorm ist. Ein Indiz dafür ist, dass allein im ersten Halbjahr 2022 mehr Einwanderer aus der Ukraine registriert wurden als 2015/16 aus Syrien, Afghanistan und dem Irak zusammen, wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes für die F.A.Z. ergab.

          Tobias Schrörs
          Politikredakteur.

          Für die Vorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration sagen die Zahlen noch nicht viel aus. „Ein sinnvoller Vergleich beinhaltet mehr als das blanke Zahlenwerk“, sagt Petra Bendel. So sei zu fragen, wie sich die Fluchtzugänge damals und heute vollzogen haben, wie geordnet oder ungeordnet, berechenbar oder auch unberechenbar. Dann sei zu betrachten, wie lange sich die Personen bei uns aufhalten können oder müssen, also ob sie einen temporären oder permanenten Schutzstatus erhalten und wie schnell das jeweils gehe. Schließlich sei zu fragen, welche rechtlichen, administrativen und sozialen Aufgaben und Konsequenzen die verschiedenen Fluchtzugänge erfordern.

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