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Kanaltunnel : Französische Polizei stoppt Hunderte von Flüchtlingen

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge erzwingen nächtliche Schließung des Kanaltunnels Bild: dpa

Die französische Polizei hat einen Massenansturm von mehreren hundert Flüchtlingen gestoppt, die durch den Kanaltunnel zu Fuß nach England gelangen wollten.

          Hunderte Flüchtlinge haben in Frankreich die Sperren zum Ärmelkanal-Tunnel gestürmt und versucht, zu Fuß nach England zu gelangen. Die französische Polizei stoppte die rund 550 Menschen, die in der Nacht zum Mittwoch in zwei Gruppen in den Tunnel drängten. Mindestens ein Flüchtling wurde verletzt, 50 Personen wurden nach Polizeiangaben in Haft genommen. Der Zugverkehr durch den Tunnel war für mehrere Stunden unterbrochen.

          Am Dienstagabend überwanden gegen 21.15 Uhr zunächst 150 Flüchtlinge die elektronischen Sperren am Tunneleingang bei Coquelles. Die überwältigten Wachleute alarmierten die Polizei. Als die Flüchtlinge von den Beamten angehalten wurden, hatten sie schon ein Viertel der Wegstrecke zurückgelegt.

          Tränengas eingesetzt

          Dreieinhalb Stunden später versuchte eine zweite Gruppe von rund 400 Menschen, am gleichen Eingang in die Tunnelröhre zu gelangen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Bis auf die inhaftierten Flüchtlinge wurden die meisten in das Flüchtlingslager des Roten Kreuzes bei Sangatte zurückgebracht.

          Autofahrer, die in der Nacht zum Mittwoch den Zugtransport durch den Kanaltunnel nutzen wollten, wurden in Hotels untergebracht. Erst am Morgen fuhren wieder die ersten Züge.

          Traum vom besseren Leben

          In dem Lager bei Sangatte leben vor allem Kurden und Afghanen, die von einem besseren Leben in Großbritannien träumen. Allein in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres wurden nach Angaben der Betreibergesellschaft Eurotunnel 18.500 Flüchtlinge aufgegriffen, die illegal nach England zu gelangen versuchten. Meist handelt es sich um kleine Gruppen. Die Organisatoren der Massenflucht vom Dienstagabend wollten offenbar den geringeren Zugverkehr der Weihnachtsfeiertage nutzen.

          Ein Geschäftsführer von Eurotunnel warf den Flüchtlingen vor, sich medienwirksam in Szene gesetzt zu haben. „Dies ist eine wohlgeplante Medienaktion. Sie wussten genau, dass sie es nie bis nach England schaffen würden“, sagte Alain Bertrand dem Rundfunksender France-Info.

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