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IS-Anschlag auf Flugzeug : „Wir werden sie an jeder Ecke des Planeten finden“

Das Außenministerium werde sich an „unsere Partner“ wenden, man zähle bei der Suche und Bestrafung der Täter „auf unsere Freunde“. Putin erwähnte auch das in der UN-Charta verbriefte Selbstverteidigungsrecht der Völker. Der russische Geheimdienst FSB setzte eine Belohnung von „50 Millionen Dollar“ aus für Informationen, die zur Festnahme der Terroristen führe, die Flug 9268 zum Absturz brachten.

Wie die „Verstärkung“ des Syrien-Einsatzes aussehen soll, ließ Putin offen. Sein Sprecher, Dmitrij Peskow, bekräftigte am Dienstagmittag, dass Russland weiterhin nicht vorhabe, Bodentruppen in Syrien in den Kampfeinsatz zu schicken. Er fügte hinzu, dass Russlands Luftwaffe Angriffsoperationen der Streitkräfte „der Syrischen Arabischen Republik“ am Boden unterstütze.

Der Präsident hatte nach den Terroranschlägen von Paris neuerlich westliche Staaten aufgefordert, im Kampf gegen den Terrorismus die Kräfte zu bündeln. Russland führt zwar nach eigener Darstellung in Syrien schon seit Ende September einen Kampf „gegen den Terror“, doch richteten sich die Luftschläge bisher im Wesentlichen nicht gegen den IS, sondern gegen andere Gruppen, die das Regime Assads bekämpfen.

Eine  Koordinierung mit der Koalition, die unter Führung der Vereinigten Staaten seit mehr als einem Jahr Stellungen des IS in Syrien und im Irak angreift, erschien am Dienstag möglich, es soll Beratungen mit Paris und Washington geben. Putin wies bei der Sitzung im Verteidigungsministerium den Kommandeur des Kriegsschiffs „Moskau“, das derzeit im Mittelmeer kreuzen soll, an, mit dem französischen Flottenverband um den Flugzeugträger „Charles de Gaulle“, der demnächst in der Gegend eintreffen werde, „wie mit Verbündeten zu arbeiten“. Der Kreml teilte mit, Frankreichs Präsident Francois Hollande werde am 26. November nach Moskau kommen; man habe vereinbart, die militärischen und geheimdienstlichen Aktivitäten gegen Terroristen zu koordinieren. Das wird in Moskau mit Genugtuung vermeldet.

Zugleich indes tritt die „Partnerschaft“ immer wieder hinter der Rivalität mit dem Westen zurück. So ist in Moskaus Medien in den vergangenen Tagen neuerlich verbreitet worden, hinter dem IS stecke eigentlich der Westen. In diesem Bild erhält auch die von dem Staatssender RT berichtete Aussage Putins während des G-20-Gipfels, „unterschiedliche Einheiten“ des IS würden von Privatleuten aus 40 Ländern finanziert, „einige darunter sind G-20-Mitglieder“, eine eigene Bedeutung.

In der Berichterstattung über die Terrornacht von Paris fiel das Element der Schadenfreude auf, mit den Anschlägen als einer Quittung für Frankreichs Umgang mit Migration, für Toleranz, für die Unterstützung der „Kiewer Junta“, für den Einsatz gegen Libyens Diktator Gaddafi, für die fehlende Entschuldigung für eine Karikatur der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ zum Absturz auf dem Sinai. Frankreich, hieß es in einem Kommentar des Massenblattes „Komsomolskaja Prawda“, bezahle jetzt „seine Rechnungen. Alle Rechnungen auf einmal.“

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