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Islamistischer Terror : Wie finanziert sich der IS?

  • -Aktualisiert am

Ausschnitt aus einem Propagandavideo des selbsternannten „Islamischen Staats“ Bild: AFP

Menschenhandel, Erpressungen und Geschäfte aus erbeuteten Ölquellen: Die Terroristen des „Islamischen Staates“ sind finanziell gerüstet. Bei den Zellen in Europa kommt das Geld aber nicht an.

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          Der Januar war kein schlechter Monat für die Kommandeure der Terrororganisation „Islamischer Staat“ in der Provinz Deir ez-Zor im Osten Syriens – zumindest in finanzieller Hinsicht. Gesamteinnahmen von 8,5 Millionen Dollar standen Ausgaben von 5,6 Millionen Dollar gegenüber, eine grundsolide Bilanz. Knapp die Hälfte der Einnahmen stammte aus nicht näher bezeichneten „Beschlagnahmungen“ in der Region, je rund ein Viertel aus Steuereinnahmen und aus dem Ölgeschäft. Von den Ausgaben entfielen etwa zwei Drittel auf militärische Zwecke und Personalkosten für Kämpfer und Geheimpolizei. Verwaltungskosten und Hilfen für die lokale Bevölkerung schlugen dagegen nur mit etwa einem Fünftel zu Buche. So zumindest steht es in Dokumenten des IS, die die Terrorforscher Aaron Zelin und Aymenn Jawad al-Tamimi vergangenen Monat im Internet veröffentlichten.

          Der IS hat seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs weite Teile Nordostsyriens und Iraks erobert. Seitdem morden und brandschatzen die Kämpfer in den besetzten Gebieten, unterdrücken und versklaven die lokale Bevölkerung. Bis zu acht Millionen Menschen leiden unter ihrem Regime. Doch aus Sicht der Terroristen verursacht das Ganze vor allem: Kosten. Kämpfer müssen bezahlt, Waffen gekauft, lokale Honoratioren bestochen werden. Gelingt das nicht mehr, ist es mit den militärischen Erfolgen schnell vorbei. „Der Erfolg des IS hängt ganz entscheidend davon ab, dass er seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommt“, sagt Jake Shapiro, der an der Universität Princeton die Strukturen der Terrororganisation erforscht.

          Die Dokumente aus Deir ez-Zor bieten eine Momentaufnahme der undurchsichtigen Geschäfte, mit denen der IS seinen Terror finanziert. Nicht nur die erkennbar professionelle Buchhaltung legt nahe, dass die Selbstbezeichnung der Terroristen als „Staat“ zumindest in finanzieller Hinsicht eine gewisse Rechtfertigung hat. Auch die Einnahmequellen bestätigen den Eindruck. Anstatt auf großzügige Spenden befreundeter Staaten oder reicher Sympathisanten angewiesen zu sein, wie es bei Terrororganisationen normalerweise üblich ist, bestreitet der IS nämlich einen Großteil seiner Einnahmen mit der Ausbeutung besetzter Gebiete.

          Mehrere hundert Millionen Dollar im Jahr

          Schutz- und Lösegelderpressung, Zwangssteuern, Enteignungen und der Schwarzmarkthandel mit Öl und Getreide bilden eine beinahe autarke Terror-Wirtschaft, die sich von außen schwer zerstören lässt. Dank ihrer ist der IS nicht nur reicher als viele konkurrierende Organisationen, sondern auch unabhängiger von äußeren Einflüssen.

          Wie die Terrorwirtschaft funktioniert, lässt sich besonders gut an einer der wichtigsten Einnahmequellen erkennen: dem Schwarzmarkthandel mit Öl und Gas, den der IS betreibt, seit er die Kontrolle über viele ölreiche Provinzen in Syrien und im Irak übernommen hat. In Syrien profitieren die Terroristen davon, dass Öl vor dem Bürgerkrieg ein zentraler Wirtschaftsfaktor war. Das Land produzierte etwa 400.000 Barrel am Tag; knapp die Hälfte davon für den Export nach Europa. Wo heute der IS Angst und Schrecken verbreitet, organisierten globale Ölfirmen wie Shell die Förderung. Als der IS diese Gebiete eroberte, konnten die Kommandeure die bestehende Infrastruktur einfach weiter nutzen. Seitdem verdienen die Terroristen Schätzungen zufolge mehrere hundert Millionen Dollar im Jahr mit dem Verkauf von Rohöl und Treibstoff, der in mobilen Raffinerien hergestellt wird.

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