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Terror in Frankreich : Weiterer Attentäter von Paris identifiziert

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Eine Woche danach: Vier Attentäter hatten sich am vergangenen Freitag an unterschiedlichen Eingängen des Fußballstadions in die Luft gesprengt. Bild: dpa

Ein zweiter Attentäter, der sich vor dem Stade de France in die Luft gesprengt hat, soll zuvor als Flüchtling registriert worden sein. Die Todesumstände der Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschlagserie wurden derweil korrigiert.

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          Zwei der Pariser Selbstmordattentäter sind nach Erkenntnissen der Pariser Staatsanwaltschaft am 3. Oktober zusammen auf der griechischen Insel Leros kontrolliert worden. Der Nachweis für den zweiten Attentäter sei mit Hilfe der Fingerabdrücke gelungen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitagabend mit. Bereits Anfang der Woche war ebenfalls durch einen Abgleich der Fingerabdrücke der Nachweis gelungen, dass ein anderer Attentäter am 3. Oktober auf Leros kontrolliert wurde.

          Die Ermittler konnten mit den Fingerabdrücken lediglich belegen, dass die beiden Attentäter in Leros kontrolliert wurden. Nicht geklärt ist ihre Identität.

          Der Attentäter, der sich am 13. November um 21.30 Uhr am Eingang H zum Stade de France in die Luft sprengte, trug nach Angaben aus Ermittlerkreisen einen syrischen Pass auf den Namen Mohammad al-Mahmod bei sich. Der zweite Attentäter, der sich um 21.20 Uhr am Eingang D des Stadions in die Luft sprengte, hatte einen syrischen Pass mit dem Namen Ahmad al-Mohammad. Dieser Pass gehört zu einem syrischen Soldaten der Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad, der vor mehreren Monaten getötet wurde.

          Aus französischen Ermittlerkreisen hieß es, die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) verfüge über „authentische ungenutzte Reisepässe“. Diese würden eingesetzt, um gezielt Menschen in den europäischen Schengen-Raum einzuschleusen.

          Cousine Abaaouds starb offenbar nicht durch Sprengstoffweste

          Indes hat sich die Cousine des belgischen Islamisten Abdelhamid Abaaoud, die während eines Polizeieinsatzes in dem Pariser Vorort Saint-Denis getötet wurde, nach neuen Erkenntnissen der Polizei nicht in die Luft gesprengt. Wie am Freitag aus Polizeikreisen in Paris verlautete, gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass Abaaouds Cousine Hasna Ait Boulahcen am Mittwoch nicht durch die Zündung einer Sprengstoffweste starb. Bei dem mutmaßlichen Selbstmordattentäter handelte es sich demnach um einen Mann.

          Nach dem Anti-Terror-Einsatz war zunächst von zwei Toten die Rede gewesen: Am Donnerstag wurde ein schwer verstümmelter Leichnam anhand von Fingerabdrücken als der des 28-jährigen Abaaoud identifiziert, der als einer der Drahtzieher der Anschläge von Paris gilt. Die zweite Leiche war ebenfalls stark verstümmelt. Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass es sich um eine junge Frau handelte, die sich vermutlich mit einer Sprengstoffweste in die Luft gesprengt hatte. Vermutet wurde, dass es sich um Ait Boulahcen handeln könnte.

          In der Nacht zum Freitag wurde dann jedoch noch eine dritte Leiche in der Wohnung gefunden. Die Leiche einer Frau wurde später als Ait Boulahcen identifiziert. Die stark verstümmelte Leiche des mutmaßlichen Selbstmordattentäters wurde dagegen einem Mann zugeordnet. Er wurde bislang nicht identifiziert.

          Die Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis war bei dem Einsatz durch Explosionen und Schüsse zerstört worden, die Sucharbeiten kommen deswegen nur langsam voran.

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